News
Generationen verbinden sich im Kunstprojekt
Senior:innen und junge Praktikanten gestalten im Haus Stephanus in Alsfeld gemeinsam Skulpturen der Lebensfreude.
Ein außergewöhnliches Kunstprojekt bringt Bewohner eines Altenpflegeheims, junge Praktikanten und erfahrene Handwerker zusammen: Unter dem Titel „Skulpturen der Lebensfreude“ entsteht im Haus Stephanus eine 1,80 Meter hohe Skulptur. Das Vorhaben ist Teil des Förderprogramms „Altenheim: Mitte im Leben“ (wir berichteten) und wird vom Kulturverein Landenhausen getragen. Noch bis Mai läuft die kreative Arbeit, bei der das handwerkliche Schaffen zum generationsübergreifenden Erlebnis wird.
Kreatives Miteinander im Altenheim
Im Zentrum des Projekts stehen Begegnungen zwischen den Generationen. Senioren, die bereits ein Jahrhundert Lebenserfahrung gesammelt haben, treffen auf engagierte Praktikanten der Max-Eyth-Schule, die ihre ersten Erfahrungen im Sozialwesen sammeln. Während einige Bewohner die künstlerischen Prozesse mit Interesse verfolgen und Ratschläge geben, arbeiten andere aktiv an der Gestaltung mit.
Die künstlerische Leitung übernehmen Gerlinde und Thomas Kielburger, unterstützt von Ingrid Schwiddessen, Christel Steinert und Heidi Höll. Diese erfahrene Gruppe gibt ihr handwerkliches Wissen mit viel Herzblut weiter. Das Ergebnis ist mehr als nur eine Skulptur – es ist ein Symbol für den gemeinsamen Austausch und das kreative Zusammenspiel der Generationen.
Praktikum mit neuen Perspektiven
Besondere Bedeutung hat das Projekt für die Jahrespraktikanten, die sich auf ihr Fachabitur vorbereiten oder eine Ausbildung im Sozialwesen anstreben. Für viele von ihnen ist es die erste intensive Begegnung mit Senioren. „Ich hätte nicht gedacht, dass mir Kunst so viel Spaß machen kann“, erzählt eine Praktikantin am Ende eines Projekttags. Durch die praktische Arbeit lernen die jungen Menschen nicht nur handwerkliche Fertigkeiten, sondern auch Geduld, Empathie und die Bedeutung generationsübergreifender Kommunikation.
Während die Betreuungskräfte die Senioren begleiten und mitgestalten, sorgen Pflegekräfte für eine gemütliche Atmosphäre mit Kaffee und Kuchen. Eine Betreuungskraft beschreibt ihre Begeisterung treffend: „Es ist spannend, einmal etwas völlig anderes zu tun – nicht immer das Gleiche.“
Musik als Brücke der Erinnerung
Nicht nur die kreative Arbeit verbindet die Generationen – auch Musik spielt eine große Rolle. Während des Projekts erklingen alte Schallplatten, die bei den Bewohnern Erinnerungen wecken. Als das Lied „Theo, wir fahr’n nach Lodz“ gespielt wird, spricht eine Angehörige ihre Mutter an, die bald 100 Jahre alt wird: „Mutter, dieses Lied habt ihr immer gern gesungen.“
Die Musik lässt alte Geschichten lebendig werden, Bewohner stimmen ein, erzählen von vergangenen Zeiten und gemeinsamen Festen. Sie wird zur Brücke zwischen den Generationen, während Pflegekräfte und Betreuungskräfte für das Wohlbefinden der Senioren sorgen.
Ein Kunstwerk mit bleibender Wirkung
Das Projekt zeigt, dass es um weit mehr als die fertige Skulptur geht. Es geht um das Erleben von Gemeinschaft, das Überwinden von Vorurteilen und das bewusste Miteinander. Minh Luis, die als Projektkoordinatorin das Vorhaben begleitet, fasst es zusammen: „Diese Momente bleiben – in den Erinnerungen, in Gesprächen und in den Herzen der Beteiligten.“
Am Ende steht nicht nur eine beeindruckende Skulptur, sondern vor allem eine Erfahrung, die verbindet. Das Kunstprojekt macht deutlich, dass handwerkliches Arbeiten eine Sprache ist, die alle Generationen verstehen können – und die sie einander näherbringt.
Passend dazu: Neujahrsempfang weckt Lust aufs neue Betreuungsjahr
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren