Angebotsplanung
Federvieh im Pflegeheim: Hühner zum Streicheln
Fünf Hühner beziehen für zwei Wochen Quartier im Kursana Domizil in Griesheim. Der Kontakt zu den Tieren wirkt beruhigend und weckt bei den Bewohner:innen Erinnerungen an frühere Zeiten und die Kindheit.
Ein kleiner brauner Holzstall und ein eingezäuntes Gehege auf einer Wiese: Fünf Hühner haben für zwei Wochen im Innenhof des Kursana Domizils im hessischen Griesheim Quartier bezogen. Einmal im Jahr bekommt das Seniorenheim tierischen Besuch. Die Bewohner:innen versammeln sich am Zaun, beobachten das Federvieh beim Picken und Gackern und freuen sich über die Abwechslung.
Wohltuende Wirkung auf Körper und Psyche
„Tiergestützte Therapie hat eine beruhigende Wirkung auf den menschlichen Körper“, erklärt Brigitte Weichel, Direktorin des Heims. Das Streicheln der Hühner und der Körperkontakt seien für die Senior:innen wohltuend und entspannend. Dies sei wissenschaftlich belegt. Der Kontakt mit den Tieren kann die körperliche, emotionale und geistige Gesundheit fördern.
Mehrere Senior:innen sind mit dem Rollstuhl nah an den Zaun herangefahren. An dem Gehege hängen Bilder der Hühner mit ihren Namen. Die Bewohner:innen füttern Berta, Henriette und Co. mit Salatblättern oder Körnern. Weichel nimmt behutsam eines der Hühner auf den Arm. Die 95-jährige Ursula Knöfler streicht noch etwas zögerlich über das zarte Gefieder.
Verborgene Erinnerungen werden wachgerufen
Besonders bei Demenzkranken würden oft lange verborgene Erinnerungen wachgerufen, erläutert Elvira Amelung, Leiterin des Pflegedienstes: „Bei manchen fließt da sogar noch ein Tränchen, vielleicht denken sie dabei an frühere Zeiten, vielleicht an ihre Kindheit.“
So erinnert sich Ursula Knöfler, die in Pfungstadt während des Zweiten Weltkriegs aufgewachsen ist, an die Hühner des Nachbarn. Ihre Mutter hoffte, eines der Tiere fangen zu können. „Der Nachbar hat nichts gemerkt, und wir haben das Huhn gegessen“, erzählt sie. Im Krieg ein unverhoffter Luxus.
Eier sammeln und gemeinsam kochen
Die Eier der Hennen sammeln die Bewohner:innen ein. Gemeinsam bereiten sie in der Küche Spiegeleier und andere Gerichte zu. Die Hühner verleiht eine Hühnerzucht aus dem hessischen Erzhausen. Den Service „Rent a Huhn“ bietet Nurten Seibold seit neun Jahren an Kindertagesstätten, Privatleute und Seniorenheime an. „Das sind entspannte Tiere, sie lassen sich gerne streicheln“, sagt die Pädagogin.
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