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Strukturmodell: Keine separate Betreuungsplanung mehr

In vielen Einrichtungen dokumentieren Betreuungskräfte getrennt von der Pflege. Diese Doppelstrukturen widersprechen dem Strukturmodell und behindern eine personzentrierte, effiziente Arbeitsweise.

Pflegedokumentation
Separate Betreuungsdokumentation widerspricht Strukturmodell. Stattdessen ist eine gemeinsame Planung statt Doppelstrukturen gefordert. Foto: Werner Krüper

Problematische Praxis in vielen Einrichtungen

In zahlreichen Pflegeeinrichtungen hat sich eine problematische Praxis etabliert: Pflege und Betreuung arbeiten mit getrennten Dokumentationssystemen. Im Rahmen von Informationsveranstaltungen und Schulungen zu EinSTEP 3.1 wurde deutlich, dass die Aufgaben in getrennter Verantwortung liegen. Mitarbeitende der Betreuung füllen in der SIS einzelne Themenfelder – häufig TF 5 und 6 – eigenständig aus und tragen ihre geplanten Betreuungsmaßnahmen separat in den Maßnahmenplan ein. Teilweise existieren völlig separate Formen einer sogenannten Betreuungsplanung. Manche Betreuungskräfte können aufgrund fehlender Zugänge in der Dokumentationssoftware nicht einmal Einträge im Berichteblatt vornehmen.

Ursachen der Aufgabenteilung

Zu dieser Entwicklung haben Formulierungen in Gesetzestexten und vertragliche Regelungen auf Bundes- und Landesebene beigetragen: getrennte Personalschlüssel, die Einführung des Begriffs „pflegerische Betreuungsmaßnahmen“ und andere Faktoren. Hinzu kommt, dass die Betreuung ein heterogenes Arbeitsfeld darstellt – sowohl bezüglich der Qualifikation der Beschäftigten als auch deren organisatorischer Zuordnung. Es arbeiten Betreuungskräfte unterschiedlicher Qualifikation sowie Fachkräfte verschiedener Disziplinen zusammen.

Widerspruch zum Strukturmodell

Mit Blick auf die Vorbehaltsaufgaben und den umfassenden Pflegebedürftigkeitsbegriff ist diese Entwicklung pflegefachlich zu hinterfragen, betonen die Autor:innen Martin Ducke, Qualitäts- und Organisationsberater bei VDAB-BSB, Prof. Dr. Kathrin Engel, Abteilungsleitung Altenhilfe und Pflegewissenschaftlerin bei der Diakonie Dresden, Eva-Maria Riegel, M. Sc., Referentin für Qualitäts- und Organisationsentwicklung in der Pflege beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin, sowie Lars Wöhler, Geschäftsführer Seniorenpflegeheim Lindenriek in Burgwedel. Die getrennte Dokumentation widerspricht den drei Kernanliegen des Strukturmodells: dem personzentrierten Ansatz, der Förderung der Fachlichkeit und der Entbürokratisierung. Statt getrennter Dokumentationen braucht es eine gemeinsame Informationssammlung, Maßnahmenplanung und ein gemeinsames Berichteblatt.
Nur so können den Expert:innen zufolge Informationen nahtlos ineinandergreifen und Doppelarbeit vermieden werden. Betreuungskräfte müssen als gleichwertige Teammitglieder Zugang zu allen Dokumentationselementen haben und ihre fachliche Perspektive einbringen können. Dies dient letztlich den Bewohner:innen, die von einem abgestimmten, ganzheitlichen Vorgehen profitieren.

Den ausführlichen Beitrag der Autor:innen finden Sie in der Maiausgabe der Zeitschrift Altenpflege. Hier geht es zum Probeabo.

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