Zehn Jahre für die Betreuungsarbeit
Zehn Jahre für die Betreuungsarbeit
Im März feiert die Zeitschrift Aktivieren ihren ersten runden Geburtstag. Einige der Wegbeleiter:innen blicken auf eine ereignisreiche Dekade Betreuungsarbeit zurück.
Zur ALTENPFLEGE 2015 hat die Redaktion Aktivieren die Erstausgabe erstmals dem Fachpublikum auf der Messe vorgestellt. Bedeutenden Entwicklungen und Meilensteine haben die Betreuung seitdem geprägt. Aus dem Baby von 2015 ist nun fast ein Teenager gereift, mit ganz eigenem Charakter.
Aus engagierten Leser:innen sind nicht selten Autor:innen geworden, die Aktivieren in den ersten Jahren begleitet haben und es weiterhin tun. Ein Netzwerk ist entstanden. Nur einige von Ihnen gehören, stellvertretend für viele andere, zu den Gratulant:innen auf diesen Seiten. Sie bereichern und entwickeln mit ihrem Know-how die Soziale Betreuung. Mit Impulsen aus der praktischen Betreuungsarbeit, aus der Leitung von Betreuungsteams und als Expert:innen und Berater:innen. All diese Wegbegleiter:innen haben erkannt: Soziale Betreuung ist unverzichtbarer Bestandteil in der Altenhilfe. Sie macht den Unterschied, wenn es um Lebensqualität und Wohlbefinden geht.
Wir freuen uns, im April auf der ALTENPFLEGE 2025 in Nürnberg, mit Ihnen, liebe Leser:innen, Geburtstag zu feiern.
Andrea Friese
Neue Wege für mehr Lebensqualität
10 Jahre Zeitschrift „Aktivieren“ – herzlichen Glückwunsch!
Diese Jahre waren geprägt von einem tiefgreifenden Wandel in der Betreuung – hin zu mehr Individualität, Respekt vor der Lebensleistung der Älteren und Vermitteln von Lebensfreude. Aktivieren hat dabei eine entscheidende Rolle gespielt: Mit innovativen Konzepten und einem unermüdlichen Engagement auch im digitalen Bereich wurden nicht nur Standards gesetzt, sondern auch neue Wege eröffnet, um die Lebensqualität der Bewohner:innen nachhaltig zu verbessern.
Viele in der Sozialen Betreuung Beschäftigte beteiligen sich auch auf der Facebook-Fanpage von Aktivieren mit persönlichen Beiträgen wie Texten, Bildern und Kurzvideos, sodass aktuelle Themen sehr zeitnah und anschaulich aufgegriffen werden. Dafür von mir ein großes „Gefällt mir“!
Thi Minh Ngoc Luis
Den Paradigmenwechsel publizistisch begleitet
In den letzten zehn Jahren haben wir bedeutende Fortschritte in der sozialen Betreuung erlebt. Diese haben das Image für Seniorenheime nachhaltig verbessert. Die von Aktivieren verbreitete Botschaft, dass soziale Betreuung inzwischen ein zentraler Bestandteil der Altenhilfe ist, führte bei so mancher Führungskraft zum Umdenken. Vielerorts wurden Betreuungsangebote erweitert, Personal aufgestockt. Damit wird ein relevanter Beitrag zur Prävention von Vereinsamung und zum psychosozialen Wohlbefinden im Alter geleistet.
Aktivieren hat den Paradigmenwechsel mit herausragenden Beiträgen publizistisch begleitet. Und einen maßgeblichen Anteil daran, dass Seniorenheime im Land heute zunehmend als Orte der Lebensqualität und aktiven Teilhabe wahrgenommen werden. Sie ist eine wertvolle Plattform für Wissenstransfer, innovative Konzepte und interdisziplinären Austausch. Dieser schärft das öffentliche Bewusstsein für die individuellen Bedürfnisse von Senior:innen.
Ich wünsche „Aktivieren“ weiterhin viel Erfolg und freue mich auf inspirierende Ausgaben in den nächsten zehn Jahren!
Heike Jurgschat-Geer
Psycho-soziale Betreuung ist eine anspruchsvolle Aufgabe
Ab 2008 konnten Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz von zusätzlicher Betreuung profitieren, seit 2015 erhalten alle Bewohnerinnen und Bewohner einer Pflegeeinrichtung zusätzliche Betreuungsleistungen, und seit 2017 haben sie einen rechtlichen Anspruch auf diese Leistungen. Aktivieren unterstützt die Mitarbeitenden im Sozialen Dienst und in der zusätzlichen Betreuung, allgemeine und zusätzliche Betreuungsleistungen interdisziplinär abgestimmt zu gestalten, um Wohlbefinden und die Lebensqualität von Pflegeempfängern zu verbessern. Heute steht die soziale Betreuung erneut in einem Transformationsprozess. Stichworte sind die Vorbehaltsaufgaben der Pflegefachpersonen und das neue Personalbemessungsverfahren, die Prozesse der Organisationsentwicklung bedingen. Rollen und Aufgaben für soziale Dienste und Betreuungsassistenzpersonen ändern sich.
Aktivieren ist hierbei eine gute Informations- und Ideenquelle.
Sam Seemann
Impulse gesetzt und neue Wege eröffnet
Die letzten zehn Jahre brachten bedeutende Meilensteine in der sozialen Betreuung: Die Erleichterung der Dokumentation, der Fokus auf die Individualität der Bewohnenden und die Entwicklung moderner Konzepte haben die Betreuung revolutioniert. Die Zeiten, in denen „nur Basteln und Mensch ärgere dich nicht“ den Alltag prägten, sind vorbei. Heute bieten IT-gestützte Angebote und kreative Aktivitäten vielfältige Möglichkeiten, Lebensqualität zu fördern. Zudem wurden geschlechterspezifische Angebote aufgebrochen – Aktivitäten sind nicht mehr an Rollenbilder gebunden, sondern stehen allen offen. Aktivieren hat diese Entwicklungen begleitet, Impulse gesetzt und neue Wege eröffnet.
Ein großartiger Gewinn für alle Bewohnenden und Mitarbeitenden in der sozialen Betreuung! Dankeschön!
Marie Krüerke
Neue Gedanken dürfen wachsen
An der Fachzeitschrift Aktivieren fasziniert mich der große Spielraum für neue, ungewöhnliche und kreative Impulse. Als Fachautorin schreibe ich sehr gerne für dieses Magazin, weil ich frische Konzepte entwickeln und vorstellen kann. Sowohl Mitarbeitende als auch Einrichtungsleitungen und Autor:innen erleben eine fruchtbare Freiheit, in der neue Gedanken und Initiativen wachsen dürfen, um mit anderen Berufsgruppen im Dialog geteilt zu werden.
Diese Beobachtung mache ich generell in Senioreneinrichtungen in den letzten zehn Jahren: Der Quereinstieg für Betreuungskräfte wird endlich etwas einfacher, gleichzeitig ergeben sich neue Möglichkeiten jenseits von Bingo und Sitztanz für die Senior:innen: Sicherlich auch dank der Quereinsteiger:innen, die zeitgemäßes Engagement beitragen.
Parallel stagnieren die Gehälter, viele Mitarbeitende kämpfen mit Erschöpfung und Überlastung. Hier wünsche ich der ganzen Branche zukunftsfähige Perspektiven!
Sabine Richartz
Betreuung wird aufgewertet
Als ich im Jahr 2004 während meines Studiums ein Praktikum in einer Senioreneinrichtung absolvierte, war die Betreuung geprägt von einem hochqualifizierten pädagogischen Team, unterstützt von Zivildienstleistenden. Die Bewohner:innen waren vergleichsweise fit; Pflegebedürftigkeit war selten der Hauptgrund für einen Heimeinzug.
In den letzten 20 Jahren hat sich durch den demografischen Wandel, den Fachkräftemangel und die Erweiterung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs vieles verändert. Heute finden sich in Pflegeeinrichtungen vielfältige Menschen unterschiedlichen Alters und Bedürfnissen. Mit der Einführung der Personalbemessung kommen weitere Anforderungen hinzu, die auch die Betreuung beeinflussen. Personalmangel, der oft durch Betreuungskräfte kompensiert wird, und Unsicherheiten bei wenig qualifizierten Kräften sind große Aufgaben. Trotzdem bleibt die individuelle Betreuung essenziell, um Lebensqualität zu fördern.
Aktivieren bietet nicht nur eine Plattform für den Austausch kreativer Ideen, sondern wertet die Betreuung in Pflegeheimen auf. Denn gute Pflege und gute Betreuung sind untrennbar miteinander verbunden. Vielen Dank dafür.
Maria Metzger
Unverzichtbarer Begleiter für die Betreuung
Die Zeitschrift Aktivieren feiert ihr 10-jähriges Bestehen – ein beeindruckendes Jubiläum, zu dem ich herzlich gratuliere! Es ist mir eine besondere Freude, dass ich bereits in der ersten Ausgabe als Autorin mitwirken durfte. Seitdem hat die Zeitschrift entscheidende Impulse für die Betreuung gesetzt. Der höhere Personalschlüssel und die wachsende Wertschätzung der Betreuungskräfte zählen zu den Meilensteinen der letzten Jahre. Besonders schätze ich die praxisnahen Ideen und die stetig wachsende Themenvielfalt, die Aktivieren zu einem unverzichtbaren Begleiter für die Betreuung macht. Individuelle und wertschätzende Ansätze verbessern die Lebensqualität und Lebensfreude der Bewohner:innen nachhaltig.
Für mich persönlich sind meine zahlreichen Fortbildungen, die ich für Betreuungskräfte halte und deren positives Feedback sehr erfüllend.
Danke für zehn Jahre voller Inspiration – auf viele weitere erfolgreiche Jahre!
Ute Kammeyer
Je steiniger der Weg, desto wertvoller das Ziel
Dankeschön, dass es eine eigene Fachzeitschrift für die Soziale Betreuung gibt! Sie kommt genauso bunt daher, wie die Betreuungskräfte und die Mitarbeiter:innen der Soziale Betreuung. Den steinigen Weg der Sozialen Betreuung bis heute zu formen und zu begleiten war und ist eine große Herausforderung für alle Betreuungsleitungen. Doch für unsere anvertrauten Bewohner:innen lohnt es sich immer, auf dem neuesten Stand zu sein und nicht stehenzubleiben.
Heute sind wir ein wichtiger Baustein der Altenpflege – und das ist auch ihrer Redaktion zu verdanken. Aktivieren begleitet mich von Beginn an, als Leserin, als Beraterin und Autorin. Sie informiert und bietet Fachwissen, Erfahrungsberichte und viele gute Arbeitshilfen für meine Betreuungskräfte.
Vielen Dank dafür, und lasst uns auch die nächsten 10 Jahre zusammen aktivieren.
Bettina M. Jasper
Wertschätzung und Akzeptanz durch ein eigenes Organ
In der ersten Ausgabe durfte ich einen Expertentipp geben: „Begreifen. Mit Anschauungsmaterial Akzente setzen.“ Anregungen zur praktischen Gestaltung von Aktivierung sind nach wie vor wichtiger Heftinhalt. Gleichzeitig hat sich das Spektrum erweitert. Da finden sich viele Beiträge, in denen es um Ziele, Grundhaltungen, konzeptionelle Fragen, Strukturen und Organisation geht. Vor allem – und das sehe ich als wesentlichen Unterschied zu den Anfängen – ist die Zeitschrift (berufs-)politischer geworden. Soziale Betreuung wird dank einer eigenen Publikation pflegeintern und extern anders wahrgenommen.
Meine Stellungnahme auf der ALTENPFLEGE 2015, als die neue Publikation vorgestellt wurde: „Mit Aktivieren erhält die Soziale Betreuung endlich mehr Aufmerksamkeit. Sie verleiht den Betreuenden eine Stimme, die diese hoffentlich intensiv nutzen.“ Fazit nach 10 Jahren: Ziel erreicht! Aktivieren ist heute das Organ der Sozialen Betreuung und setzt Akzente.
Stephanie Adler
Macht weiter so!
Als ich vor 19 Jahren die Leitung der Sozialen Betreuung angetreten bin, ahnte ich noch nicht, wie umfangreich und vielfältig diese Arbeit werden würde. Die Begegnung Tag für Tag, den Menschen ein Stück des Weges begleiten zu dürfen, die Dankbarkeit und Nähe zu erleben und zu geben, und sei es nur für wenige Augenblicke, bereichert meinen Alltag ungemein. Im Lauf der Jahre bin ich immer wieder auf Aktivieren gestoßen, durch Messen, Internetrecherchen, durch den Verlag selbst. Und sie hat mich immer wieder neu begeistert. Am meisten schätze ich, dass sie aus der Praxis für die Praxis viele Projekten und Fachartikel enthält und es möglich ist, die Autoren selbst zu kontaktieren, Details zu erfahren und Rückschlüsse für die eigene Arbeit zu ziehen. Anregungen und Impulse aufzugreifen und diese mal eins zu eins, mal in abgewandelter Form umzusetzen.
Eine großartige Zeitschrift, die meine Arbeit absolut bereichert hat. Macht weiter so.
Meilensteine in der Betreuung
- 2008 zusätzliche Betreuungskräfte für Menschen mit Demenz kommen in die Pflegeeinrichtungen und unterstützen die allgemeinen Betreuungsleistungen des Sozialen Dienstes. Der Betreuungsschlüssel beträgt 1:25.
- 2015 wird der Betreuungsschlüssel wird auf 1:20 für alle Bewohner:innen, nicht nur demenzbetroffene, erhöht.
- 2017 entsteht ein rechtlicher Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen. Zusätzliche Betreuungskräfte, damals nach §87 SGB XI, gestalten die Beschäftigungsangebote. Vielfach unterstützen sie in der Praxis auch bei Hilfstätigkeiten für die Pflege, die die Betreuungskräfte-Richtlinie gar nicht vorsieht, eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe gilt es auszubauen. Leitungsteams arbeiten zunehmend daran, die Zusammenarbeit zwischen Pflege und Betreuung und auch Hauswirtschaft auszubauen.
- 2020 zeigt die Corona-Pandemie, wie wertvoll und unverzichtbar soziale Kontakte für die Lebensqualität sind. Viele Mitarbeitende wachsen im interdisziplinären Team stärker zusammen.
- Fortgeschrittene Demenzen und hohe Pflegebedürftigkeit erfordern zunehmende Fachlichkeit in der Angebotsplanung und -Durchführung sowie in der Organisation von Betreuungsangeboten. Die Individualität von Bewohner:innen prägt die Angebotsplanung. Vorbehaltsaufgaben und das neue Personalbemessungsverfahren erfordern, eine stärker abgestimmte interdisziplinäre Zusammenarbeit und angepasst Prozesse.

Den Paradigmenwechsel publizistisch begleitet
Psycho-soziale Betreuung ist eine anspruchsvolle Aufgabe
Impulse gesetzt und neue Wege eröffnet
Neue Gedanken dürfen wachsen
Betreuung wird aufgewertet
Je steiniger der Weg, desto wertvoller das Ziel
Wertschätzung und Akzeptanz durch ein eigenes Organ
Macht weiter so