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Französische Senior:innen feiern im Club
In der bretonischen Kleinstadt Pontivy zieht es Seniorinnen und Senioren in die Disco. Im Club „Le Missyl“ steigt eine „Old Friends Party“ nur für sie – mit bunten Lichtern, Drinks und Hits aus ihrer Jugend.
Tanzfläche statt Pflegealltag
Die 99-jährige Mathilde Bihouee, die sonst kaum allein stehen kann, tänzelt hier inmitten Dutzender Bewohnerinnen und Bewohner verschiedener Einrichtungen. Die Idee stammt von Freizeitbetreuerin Amandine Le Meilleur aus dem Altenzentrum Jeanne de Kervénoaël. In Gesprächen hatten viele von früheren Bällen und Tanzabenden erzählt – nun sollten sie diese Momente noch einmal, aber zeitgemäß, erleben. Clubbetreiber Régis Toutain war sofort dabei: Spaß, Abwechslung und schöne Erlebnisse stünden jedem zu, unabhängig von Alter oder Einschränkungen, sagt er.
Lob von Fachleuten und viel Resonanz
Auch der Vorsitzende der französischen Vereinigung von Altenheimleitern, Pierre Roux, lobt das Konzept. Solche Projekte brächten wichtige Außenkontakte, Generationenaustausch und „begeisterten und belebten“ die Bewohner. Zur Party kommen 17 Bewohnerinnen und Bewohner aus Jeanne de Kervénoaël, dazu Seniorinnen und Senioren aus drei weiteren Heimen, Angehörige und Freiwillige. Gemeinsam wird zu Twist, Walzer, Tango, bretonischer Musik und Polonaise getanzt – oder einfach zugeschaut, die Tanzfläche bleibt dennoch nie leer. Viele Gäste haben sich stundenlang vorbereitet, lassen sich frisieren und schminken, wählen festliche Kleidung.
Erinnerungen, Selbstbewusstsein und ein Wunsch nach Fortsetzung
Für die 79-jährige Simone Philippe weckt der Abend Erinnerungen an frühere Dorfbälle – in einen Club sei sie jedoch noch nie gegangen, sagt sie, „aber das tut Alten auch gut“. Freizeitbetreuerin Le Meilleur erlebt, wie der Ausflug Selbstbewusstsein und Zugehörigkeitsgefühl stärkt: Die körperliche Bewegung, die ästhetische Vorbereitung und das gemeinsame Erinnern ließen die Menschen sich „wertgeschätzt“ fühlen. Am Ende sind sich die meisten einig: Diese Disco soll keine einmalige Sache bleiben. „Wie oft? Jedes Wochenende!“, wünscht sich Stammgast Jean-Pierre Roger.
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