Fortbildung

Ganzheitliche Pflege braucht soziale Betreuung

Die Bedeutung der sozialen Betreuung in der generalistischen Pflegeausbildung wird oft unterschätzt. Doch ohne sie ist eine umfassende Pflege nicht möglich.

Gespräch auf dem Gang
Machen Sie auf die Chancen der Betreuung aufmerksam, und gehen Sie auf Azubis zu. Foto: Werner Krüper

Ganzheitliche Pflege braucht soziale Betreuung: Viele angehende Pflegefachkräfte hinterfragen den Wert sozialer Betreuungsmaßnahmen in ihrer Ausbildung. Diese Haltung hat sich mit der Einführung der generalistischen Ausbildung verstärkt, da soziale Betreuung in Prüfungsanforderungen oft nicht explizit gefordert wird. Doch diese Einstellung greift laut Aktivieren-Autorin Bettina M. Jasper zu kurz. Die soziale Betreuung spielt eine wesentliche Rolle in der ganzheitlichen Pflege, die weit über die reine medizinische Versorgung hinausgeht, wie sie in der aktuellen Ausgabe erläutert.

Die Rolle der sozialen Betreuung

Pflegebedürftige Menschen bestehen aus mehr als ihrer Anatomie und ihren Diagnosen. Ihre Lebensqualität wird maßgeblich durch die Gestaltung ihres Alltags und den Umgang mit ihnen bestimmt. Soziale Betreuung trägt entscheidend dazu bei, positive Emotionen und kognitive Aktivität zu fördern, was wiederum den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern kann. Dies zeigt sich besonders bei gut geplanten Aktivierungsmaßnahmen.

Betreuung im Ausbildungs-Curriculum

Themen der Aktivierung sind Teil des Curriculums in der generalistischen Pflegeausbildung, insbesondere im ersten und dritten Ausbildungsjahr. Dabei geht es um die Planung, Durchführung und Reflexion von Aktivitäten, die Menschen aller Altersklassen sinnstiftende Beschäftigungen bieten. Hierzu zählen kulturelle Veranstaltungen, Ausflüge, individuelle Feiern und politische Aktivitäten.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist entscheidend

Eine erfolgreiche Pflege erfordert die enge Zusammenarbeit zwischen Pflegefachkräften und Betreuungspersonal. Beide Disziplinen ergänzen sich und sind auf die Kooperation angewiesen, um die Pflegeempfangenden bestmöglich zu unterstützen. Praxisnahe Erfahrungen in der sozialen Betreuung während der Ausbildung fördern das Verständnis für die Bedeutung dieser Maßnahmen und bereiten die Lernenden darauf vor, später die Gesamtverantwortung zu übernehmen und interdisziplinäre Zusammenarbeit effektiv zu gestalten.

Fazit

Soziale Betreuung ist ein integraler Bestandteil der ganzheitlichen Pflege. Ihre Bedeutung sollte in der Ausbildung von Pflegefachkräften stärker betont werden, um eine umfassende und qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen. Dies trägt nicht nur zur Zufriedenheit der Pflegeempfangenden bei, sondern fördert auch die berufliche Kompetenz und interdisziplinäre Zusammenarbeit zukünftiger Pflegefachkräfte.

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren. Weitere Ideen für eine Betreuung für mehr Lebensqualität finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.

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