Fortbildung

Humor als Ressource: Wie Lachen die Betreuungsqualität stärkt

Richtig eingesetzt ist Humor mehr als nur Komik – er wird zur Brücke zwischen Menschen und zum wertvollen Werkzeug der Selbstfürsorge. Besonders in der Betreuung von Senior:innen mit Demenz kann eine humorvolle Haltung herausfordernde Situationen entschärfen und gleichzeitig die Betreuenden vor Burnout schützen.

Workshop-Situation
In Workshops lernen die Teilnehmenden Tipps und Kniffe für den Einsatz von Humor in der Betreuung von Menschen mit und ohne Demenz. Foto: Söder/DRK Sachsen-Anhalt

Humor als Brücke in der Kommunikation

Andreas Bentrup, Klinikclown und Humortrainer bei der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN, zeigt mit seinen Erfahrungen, wie Humor schwierige Situationen auflösen kann. Als eine Bewohnerin nicht zum Gottesdienst gehen wollte, weil „dort alle ihr alles nachmachen“, bot er spontan einen privaten Gottesdienst an: „Hier macht uns niemand etwas nach!“ Nach einem gemeinsamen Lied lächelte sie zufrieden.

Besonders bei Menschen mit Demenz wird Kommunikation zur Herausforderung. „Betreuungskräfte können schneller als gedacht in eine Stressspirale geraten. Wer andere pflegt, muss sich zuerst selbst pflegen“, betont Bentrup in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aktivieren. Humor kann dabei helfen – er erleichtert die Kommunikation und bringt Leichtigkeit in schwere Situationen.

Wertschätzender Humor als Haltung

Entscheidend ist die respektvolle Grundhaltung. „Was für den einen lustig ist, ist das noch lange nicht für jemand anderen“, erklärt Bentrup. Die Stiftung HUMOR HILFT HEILEN hat ein Workshop-Konzept entwickelt, das Betreuungskräften vermittelt, wie sie eine humorvolle Haltung einnehmen können.

„Clowns sind im Hier und Jetzt. Sie nutzen die Kraft des Augenblicks“, so Bentrup. Diese Präsenz hilft auch Betreuungskräften, die Bedürfnisse der Bewohner:innen besser zu erkennen.

Humor als Werkzeug bei Demenz

Humor kann als Motivationsmittel, Puffer gegen Scham und Ventil für negative Emotionen dienen. Ein Beispiel: Eine Bewohnerin steht in einer Urinpfütze und sagt: „Ich bin auf eine Art Insel geraten!“ Der Clown antwortet: „Darf ich Sie retten? Ich bin Rettungsschwimmer.“ So wird die peinliche Situation spielerisch entschärft.

„Humor kann nicht nur im Umgang mit Bewohner:innen helfen, sondern auch als Selbstfürsorge-Werkzeug dienen“, ist Bentrup überzeugt. Er plädiert dafür, Humor in die Unternehmenskultur von Pflegeeinrichtungen zu integrieren: „So kann es gelingen, menschenwürdig zu pflegen und die Gesundheit der Mitarbeiter:innen zu stärken.“

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren. Weitere Ideen für heitere Angebote finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.

Mehr Infos: http://www.humorhilftheilen.de/forschung

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