Angebotsplanung

Welpen-Watching mit Wohlfühleffekt

Bewohner:innen mit und ohne Demenz haben amüsante “Lassie”-Momente erlebt. Das Betreuungsteam des Haus Stephanus im hessischen Alsfeld hat einen Therapiestunden-Besuch mit spielfreudigen Colli-Welpen organisiert.

Hundetherapie im Haus Stephanus
Emotional berührende Momente für Mensch und Tier im Haus Stephanus: Die fünf Collie-Welpen, die der Verein Therapiehunde Osthessen nach Alsfeld mitbrachte, eroberten die Herzen der Bewohner:innen im Sturm. Foto-Collage: Minh Luis/Haus Stephanus Alsfeld

Es sollte eine Überraschung sein, und die ist gelungen: Mit dem Therapiestunden-Besuch intelligenter und warmherziger Collie-Welpen im Haus Stephanus landete der Verein Therapiehunde Osthessen einen Volltreffer. „Keck und aufgeweckt, ohne Scheu oder Angst zu zeigen, ließen die im Juli dieses Jahres geborenen Vierbeiner ihrem Spieltrieb freien Lauf“, so Betreuungskoordinatorin Minh Luis, die den Besuch organisiert hatte: „Die Welpen spürten blitzschnell die unter dem Welpenspielzeug versteckten Leckerlies auf und eroberten mit ihrem treuherzigen Hundeblick die Senioren-Herzen im Sturm.“

Hundebesuche lindern Stresssymptome

Die Bewohner:innen beobachteten Minh Luis zufolge aufmerksam und interessiert, wie die Welpen untereinander spielten. Wie letztendlich beim Menschen auch finden laut Luis die für den Hund wichtigsten Entwicklungsphasen in den ersten Lebenswochen und Monaten statt – auch die in dieser Zeit in der Begegnung mit Menschen gesammelten Erfahrungen beeinflussen ihr späteres Gemüt. Die Bewohner:innen des Hauses Stephanus zeigten sich überrascht, dass die cleveren Vierbeiner alle gestellten Aufgaben so flott und geschickt lösen konnten, obwohl sie noch so jung sind. Die Bewohner:innen durften mit den Welpen spielen, sie streicheln, herzen und umarmen. Doch die lebhaften Momente, begleitet von viel gemeinsamem Lachen sowie von Freude und Unterhaltung, waren keineswegs nur eine willkommene Ablenkung von der Alltagsroutine, wie Luis betont.

„Das ist wie Wohlfühl-Kino: Unsere regelmäßig angebotenen Therapiestunden können vielfältige Stresssymptome lindern. Sie hilft, kognitive und emotionale Funktionen wiederherzustellen. Aber durch sie kann durchaus auch das subjektive Wohlbefinden auf physischer, sozialer, emotionaler und geistiger Ebene von Bewohner:innen mit Demenz verbessert werden”, erläutert Minh Luis.

Hunde erleichtern Betreuenden den Zugang zu Demenzbetroffenen

„Zu manchen Bewohner:innen, die wir durch andere Hausangebote nicht zu 100 Prozent erreichen können, kann eine Hundetherapie für Therapeuten und Betreuer einer Brücke sein”, ergänzt die Leiterin des Betreuungsdienstes. Ihr zufolge sorgt der jeweils neue Input noch lange nach den Hundetherapie-Stunden für jede Menge Gesprächsstoff unter den Bewohner:innen. Das sei, sagen die einen, „viel interessanter als Fernsehen zu gucken“. Man lerne, verkünden andere Teilnehmer, „immer noch etwas dazu, egal wie alt man ist“.

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