Angebotsplanung
Wie KI die Angebotsplanung in der Betreuung erleichtert
Künstliche Intelligenz ist im Alltag angekommen. Auch in der Betreuung kann sie helfen, Angebote individueller zu gestalten und Zeit zu gewinnen, die den Bewohner:innen zugutekommt. Worauf dabei zu achten ist, beschreibt Bernd Hoffmann im Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe von Aktivieren.
Der Alltag von Betreuungsleitungen ist eng getaktet. Angebote sollen viele Bewohner:innen erreichen, Personal fällt kurzfristig aus, die Dokumentation muss gewährleistet bleiben. In diesem Spannungsfeld kann künstliche Intelligenz ein wirksames Werkzeug darstellen.
Schnelle Ideen auf Knopfdruck
Programme wie ChatGPT reagieren binnen Sekunden auf Text- oder Spracheingaben und liefern schnelle Ideen. Falls kurzfristig ein Wochenprogramm umgeplant werden muss, kann dies mit KI-Unterstützung erheblich vereinfacht werden. In kürzester Zeit lassen sich Angebote überarbeiten: jahreszeitliche Gruppenangebote, komplett ausgearbeitetes Gedächtnistraining mit Fragen und Antworten, konkrete Übungs-Anleitungen für Bewegungsrunden oder Gesprächsimpulse, die zeitgeschichtliche Erinnerungen aufgreifen. Die KI kann Vorschläge liefern, welche Angebote sich mit weniger Personal durchführen lassen oder wie ein Tagesplan neu strukturiert werden kann.
Entlastung für Betreuungskräfte
Nicht nur Leitungen profitieren vom KI-Einsatz. Zwischen Angeboten, Transferunterstützung und Dokumentation bleibt oft wenig Zeit, neue Ideen auszuarbeiten. Nicht selten bereiten Betreuungskräfte Angebote in ihrer Freizeit vor – auf Dauer nicht erstrebenswert. KI ersetzt die Betreuungskräfte nicht, leistet aber wertvolle Unterstützung bei der Angebotsplanung. Aus dem Stichwort „Fußball-Nachmittag“ entsteht ein komplettes Aktivierungsangebot mit Gesprächsimpulsen, Rätseln und Bewegungsübungen. Für Mitarbeitende bedeutet das weniger Zeitdruck, mehr Abwechslung, bessere Individualisierung und mehr Zeit für persönliche Zuwendung.
Kritische Prüfung ist Pflicht
„Die KI macht auch Fehler. Ohne kritische Überprüfung geht es nicht“, betont Einrichtungsleiter Bernd Hoffmann in der Juliausgabe von Aktivieren. Erst die fachliche Einschätzung der Betreuungskräfte macht aus einem KI-Vorschlag ein gutes Angebot. Wichtige Fragen: Passt das Ergebnis zu den Fähigkeiten der Teilnehmer:innen? Sind die Begrifflichkeiten verständlich und wertschätzend? Ist die Aktivität realistisch durchführbar? Sehr wichtig ist der Datenschutz: Persönliche Daten der Bewohner:innen gehören nicht in KI-Systeme. Namen oder Diagnosen sollten nie eingegeben werden. Sein Fazit: „KI ist kein Ersatz für Empathie und menschliche Zuwendung, aber ein zeitgemäßes Werkzeug, das den Berufsalltag unterstützt.“
Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Aktivieren. Weitere geprüfte Betreuungsangebote finden Sie in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus.
Passend dazu: Pflegeexperte: KI-gestützte Hilfssysteme wichtiger als Roboter
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren