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Teamkonflikte: Warum zu viel Harmonie schadet
Zu viel Harmonie im Team kann kontraproduktiv sein. Erfahren Sie, wie Sie durch konstruktive Konfrontation die Teamdynamik verbessern und gemeinsam vorankommen.
Harmonie im Team ist wichtig, kann aber auch hinderlich sein, wenn sie übertrieben wird. Laut Eva Hartmann, Autorin des Schwerpunktbeitrags in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Aktivieren“, kann zu viel Rücksichtnahme und Konfliktscheue zu einem Stillstand in der Teamentwicklung führen. Sie prägt dafür den Begriff „Friedhöflichkeit“ – eine übertriebene Höflichkeit um des Friedens willen.
Die Gefahren der Überanpassung
Hartmann beschreibt, wie Teams in eine Spirale der Überanpassung geraten können: Aus Angst, die harmonische Stimmung zu gefährden, werden Konflikte nicht angesprochen. Dies führt dazu, dass sich jeder in seinen eigenen Trott zurückzieht. Zwar herrscht oberflächlich Harmonie, aber innerlich brodeln unausgesprochene Konflikte. Die Folge: Das Team entwickelt sich nicht weiter.
Dynamische Spannung als Lösung
Um diesem Dilemma zu entkommen, empfiehlt die Autorin, eine „dynamische Spannung“ im Team aufzubauen. Dabei bezieht sie sich auf das Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun. Dieses Modell besagt, dass jedes positive Merkmal nur dann konstruktiv wirkt, wenn es in Spannung zu einem positiven Gegenwert steht.
Für Teams bedeutet dies konkret:
- Andere Meinungen akzeptieren und auf Verständigung hinarbeiten
- Gleichzeitig die eigene abweichende Meinung äußern und Kritik üben
Rolle der Führungskraft
Führungskräfte spielen laut Hartmann eine wichtige Rolle bei der Konfliktlösung. Sie sollten:
- Konflikte frühzeitig erkennen
- Abwägen, ob eine Intervention nötig ist
- Bei Gesprächen auf der Sachebene bleiben
Als hilfreiches Instrument nennt die Autorin das Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun, um Missverständnisse aufzuklären und die Kommunikation zu verbessern.
Förderung von Selbstständigkeit und Reflexion
Hartmann betont die Bedeutung der Mitarbeiterbeteiligung. Sie empfiehlt:
- Das Team an der Gestaltung von Arbeitsabläufen teilhaben lassen
- Vertrauen schenken, aber Ergebnisse kontrollieren
- Regelmäßige Anleitung zur Selbstführung geben
Zur Förderung der Teamreflexion schlägt sie vor:
- Halbjährliche Teamtage durchführen
- Die „Karte der Befindlichkeiten“ nutzen
- Gemeinsam Lösungsansätze erarbeiten und visualisieren
Durch diese Maßnahmen können Teams lernen, konstruktiv mit Konflikten umzugehen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die „Friedhöflichkeit“ wird überwunden, ohne dass die grundsätzliche Harmonie im Team verloren geht.
Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren.
Weitere Ideen für praktische Betreuungsideen finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.
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