Angebotsplanung

Tablets bereichern Sozialleben der Bewohner

Wie die Digitalisierung im Altenheim Einzug hält und Tablets Seniorinnen und Senioren helfen, erzählt Elena Hilgenberg vom Marienheim der Caritas in Essen in der neuesten Ausgabe des Podcast „caritalks – sozial und digital passen zusammen“.

Bewohnerin und Betreuerin am Tablet
Ursula Volkmer (links), Hannelore Weiland und Ruth Sauerland besuchen das digitale Angebot von Sozialdienst-Mitarbeiterin Elena Hilgenberg. Die 43-Jährige leitet das Projekt „Digitale Teilhabe“ im Essener Marienheim. Im Podcast spricht sie mit den drei Seniorinnen über ihre Erfahrungen mit Tablets. Die Seniorinnen lieben es inzwischen, sich mit Hilfe von Tablets die Zeit zu vertreiben. Andere Bewohnerinnen nutzen das digitale Hilfsmittel, um Musik aus der Heimat zu hören, Filme zu schauen und Konzerte zu hören. Foto: Caritas/Christoph Grätz

Tablets bereichern Sozialleben der Bewohner: Sozialarbeiterin Elena Hilgenberg (43) ist Mitarbeiterin im Ursula Volkmer des Marienheimes, eines Altenheimes der Theresia-Albers-Stiftung mit 122 Bewohnerinnen und Bewohnern. Sie realisiert das Projekt „Digitale Teilhabe“ gemeinsam mit ihren Kolleginnen von der Alltagsbetreuung und erklärt im Podcast, warum die digitalen Helfer so wichtig für die Menschen sind.

Corona-Pandemie gab den Anstoß

Das Projekt „Digitale Teilhabe“ gibt es bereits seit der Corona-Pandemie in vier Altenheimen der Theresia-Albers-Stiftung. Es nutzt die Erfahrungen der Lockdowns, als persönliche Kontakte auf ein Minimum reduziert waren, und verstärkt digitale Hilfsmittel eingesetzt wurden. Die Tablets können von den Bewohnerinnen und Bewohnern auch ausgeliehen werden, um mit Verwandten und Freunden zu skypen, Dinge online einzukaufen oder virtuell Orte zu besuchen, die für die eigene Biografie wichtig sind: die Kirche, in der man geheiratet hat, der Geburtsort, die liebsten Urlaubsziele oder der Lieblingsverein. „Dabei“, sagt Hilgenberg, „fließen auch schon mal ein paar Tränen der Rührung.

Tablets und Co. vermitteln neue digitale Eindrücke

Die digitalen Hilfsmittel ermöglichen Erinnerungen und neue Eindrücke. Das wirkt sich positiv auf unsere Bewohnerinnen und Bewohner aus, die dadurch ruhiger werden.“ Und auch der Weihnachtsbasar des Marienheims profitiert von den Tablets. Einige Bewohnerinnen haben sich Strickanleitungen für Weihnachtsgeschenke heruntergeladen oder Tutorials angesehen und stricken nun eifrig für den Adventsbasar. Auch bei demenzerkrankten Menschen kommen die tragbaren Computer zum Einsatz. Sie helfen zum Beispiel mit Musik, Erinnerungen zu wecken.

Stiftung Wohlfahrtspflege NRW finanziert Hardware

Vieles, was Elena Hilgenberg den Seniorinnen und Senioren vermittelt, hat sie sich selbst autodidaktisch beigebracht. Einiges an digitalem Know-how haben sie und ihre Kolleginnen in der Praxis dazugelernt. Im Projektpaket, das von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW finanziert wird, wurden neben dem Kauf von Hardware auch die digitale Infrastruktur des Hauses verbessert und neue Access Points für das WLAN eingerichtet.

Viele Bewohner:innen bringen eigenes Tablet schon mit ins Heim

Mittel- und langfristig kommen immer mehr Menschen in die Seniorenheime, die digitale Vorerfahrungen haben und auf digitale Möglichkeiten nicht verzichten wollen. Somit ist das Projekt ein Schritt in die digitale Zukunft. Viele bringen ein Tablet oder ein Smartphone mit. Das haben ihnen oft Kindern oder Enkeln geschenk und haben es bereits Zuhause intensiv genutzt.

Hier geht es zum Caritalks Podcast #75 Digitale Teilhabe

Passend dazu: Apps bieten neue Betreuungsimpulse

Lust auf mehr fachlichen Input?

Dann können wir Euch zwei Seminare der Vincentz-Akademie mit Schwerpunkt Soziale Betreuung besonders ans Herz legen.

Seminar 3: Fachlich kompetent und anforderungsgerecht in der Aktivierungspraxis – mit Bettina Greb Kohlstedt

Hier geht es um das Qualitätsmanagement sozialer Betreuungsangebote: Welche Anforderungen an eine „gute Pflege“ kann die soziale Betreuung übernehmen? Wie werden Aktivierungsangebote gestaltet und wo sind sie in der Dokumentation zu finden? Dieses Seminar erläutert mit starkem Praxisbezug und beispielhaft, wie Aktivierungsangebote risikogruppengerecht, biografisch und fachgerecht umgesetzt werden können.
https://www.vincentz-akademie.de/kursuebersicht/seminar-3/
13.03.24 in Essen
08.05.24 in Leipzig
16.04.24 via Zoom

Seminar 4: Konflikte mit Menschen mit Demenz kreativ deeskalieren – mit Dr. Phil. Svenja Sachweh

Euch erwartet Input aus der Praxis für die Praxis: Konflikte mit Demenz-Betroffenen sind zwar oft der Krankheit, aber auch unserem Verhalten geschuldet. Einige davon kann man demenzgerecht deeskalieren und andere sogar ganz vermeiden – nämlich wenn man weiß, wie Menschen mit Demenz kommunikativ gesehen „ticken“. In diesem Kurs reflektieren die Teilnehmenden ihr verbales und nonverbales Verhalten: Was ist gut gemeint, was gut gemacht? Weil diese uns oft besser helfen als Lehrbücher, dienen uns dabei erprobte, spielerische Lösungswege aus der Praxis als Vorbilder.
https://www.vincentz-akademie.de/kursuebersicht/seminar-4/
12.03.24 in Essen