Angebotsplanung
Skulptur der Lebensfreude: Teilhabe neu gestalten
Im Haus Stephanus in Alsfeld entstand mit dem hessischen Förderprogramm „Pflegeheim – Mitten im Leben“ mehr als Kunst: Ein Modell, das Teilhabe als gestaltende Kraft versteht und Betreuung neu definiert – als Resonanzraum statt als Programm.
Teilhabe als schöpferisches Potenzial
Soziale Teilhabe ist ein Schlüsselfaktor für Lebensqualität im Alter. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen: Menschen, die sich verbunden fühlen, leben gesünder und würdevoller. Das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege fördert mit 1,4 Millionen Euro zwölf Modellprojekte, die ihre Einrichtungen zum Sozialraum öffnen.
Besonders bemerkenswert ist das Projekt im Haus Stephanus in Alsfeld. Hier entstand die 1,80 Meter hohe „Steffi – Skulptur der Lebensfreude“, gemeinschaftlich von Bewohner:innen, Praktikant:innen, Angehörigen und Künstler:innen gestaltet. Dabei ging es um einen sozialen Prozess, der Erinnerungen, Körperbilder und Ausdrucksformen verhandelte.
Beziehung statt Betreuungsprogramm
Die pädagogisch-therapeutische Begleitung durch Betreuungsleitung Minh Luis förderte durch Ausdruckszentrierung Kreativität und Selbstwirksamkeit. Biografiearbeit ermöglichte das Anknüpfen an persönliche Ressourcen, während sensomotorisches Training Impulse für Bewegung schuf. Durch intergenerationellen Austausch wurde soziale Integration gestärkt.
Das Projekt veranschaulicht zentrale Gesundheits- und Führungsmodelle. Nach Antonovskys Salutogenese-Konzept schuf es Kohärenz durch unmittelbar erfahrbare Sinnhaftigkeit. Die Projektdramaturgie folgte Simon Sineks „Start with Why“ – beginnend mit dem Grundimpuls, Einsamkeit zu begegnen.
Führung als Ermöglichung
Beteiligung bedeutete vielfältige Ausdrucksformen: Manche modellierten aktiv, andere beobachteten schweigend. Besonders Menschen mit Demenz wurden in ihrer nonverbalen Präsenz als Mitgestaltende wahrgenommen.
Die Skulptur steht heute im Eingangsbereich als Symbol für eine Kultur, die Pflege zur „Mit-Welt“ erklärt. Für die Zukunft plant die Einrichtung „Mini-Steffis“ und biografieorientierte Rundgänge.
Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren. Weitere Ideen für einfühlsame Betreuungsangebote finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.
Mehr zum Projekt: Generationen verbinden sich im Kunstprojekt
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