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Aus Angehöriger wird Sozialdienst-Mitarbeiterin
Die schönsten Geschichten schreibt das Leben selbst. Eine dieser Geschichten erlebt aktuell das Caritas-Altenzentrum St. Josef in Arzbach: eine Mutter-Tochter-Geschichte voller Musik.
Die Opernsängerin Elisabeth Haferkorn, verh. Heyn und geborene Bretschneider, wurde 1932 in Greiz im Vogtland geboren. Heute lebt sie im Haus St. Josef in Arzbach. Bereits ihre Eltern waren sehr musikalisch: die Mutter Sängerin und der Vater Geiger. An Musik fehlte es nicht im Hause Bretschneider im schönen Vogtland. Kein Wunder, dass Elisabeth in Weimar Gesang studierte. Von 1960 bis 1992 sang sie an den Städtischen Bühnen Leipzig, zuerst an der Musikalischen Komödie, dann an der Oper. Unzählige Opern, Operetten und Musicals gehörten zu ihrem Repertoire. 1992 trat sie in den Ruhestand. 2016 kam sie zu ihrer Tochter Juliane in den Westerwald.
Juliane Heyn-Lepkelch war wie ihre Mutter in einem musikalischen Elternhaus aufgewachsen. Auch sie studierte in Weimar Gesang und war dann an verschiedenen Theatern und Opernhäusern für Solopartien engagiert. Der Liebe und der Kinder wegen entschied sie sich 1996 für das Städtische Theater Koblenz. Während es für die Solopartien an den Bühnen nur sogenannte Jahres- oder Stückverträge gibt, konnte sie in Koblenz als Chor- und Solosängerin und Souffleuse eine Festanstellung bekommen.
Tochter entdeckt Alltagsgestaltung für sich
Als 2018 ihre Mutter Elisabeth, die nicht mehr allein in Leipzig leben mochte, nach Rheinland-Pfalz kam, fand sie ein neues Zuhause im Caritas-Altenzentrum St. Josef im idyllischen Arzbach. Regelmäßig besucht die Tochter ihre Mutter dort; besonders gern zum gemeinsamen Frühstück. Und sie lernt die Gemeinschaft im Altenzentrum näher kennen. In der Sängerin dritter Generation reift langsam der Entschluss, sich selbst im Altenzentrum zu engagieren. Einen ganzen Sommerurlaub macht Juliane ein Praktikum im Sozialdienst der Caritas-Altenpflegeeinrichtung. Sie entdeckt, dass es in der Alltagsgestaltung der Bewohner:innen im Altenzentrum ganz viel auch um Musik geht. Und sie entdeckt das Heim, in dem ihre Mutter nun lebt, als Heimat für sich selbst.
Nach 32 Jahren am Theater macht sie eine Weiterbildung und wechselt in das Team des Altenzentrum St. Josef als Mitarbeiterin im Sozialdienst. „Mit meiner Musik“, so erzählt Juliane, „kann ich ganz viel dazu beitragen, den Menschen im hohen Alter ein Leben in Gemeinschaft, Aktivität und vor allem Würde zu ermöglichen.“ Diese Entscheidung hat sie noch keinen Augenblick bereut.
Nun sind Mutter und Tochter nach einem langen, abwechslungsreichen und aufregenden Berufsleben wieder vereint – in Arzbach im Westerwald. Und mit ihren beeindruckenden und faszinierenden Geschichten über Musik, Gesang und Kunst tragen sie ein kleines bisschen von der großen weiten Welt in die Gemeinschaft des Caritas-Altenzentrums St. Josef.
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