Fortbildung

Betreuung braucht Kompetenzaufbau

Mit der Einführung der neuen Personalbemessung und den Vorbehaltsaufgaben wird eine kompetenzorientierte Arbeitsorganisation gefordert – auch in der sozialen Betreuung. Betreuungsleitungen sollten die Chance nutzen, eine Kompetenz- und Laufbahnentwicklung ihrer Betreuungsassistenzen anzustoßen.

Backen mit Senior:innen
Im Betreuungsalltag gestaltet sich das Aufgabenprofil für die Betreuungsassistenzpersonen komplexer als in der Richtlinie skizziert. Foto: Werner Krüper

Betreuung braucht Kompetenzaufbau: In stationären Pflegeeinrichtungen leben heute zu einem großen Teil Menschen, deren Alltag durch Multimorbidität in fortgeschrittenem Stadium geprägt ist. „Damit zusätzliche Betreuungsassistenzkräfte quantitativ und qualitativ wirksam das Fachpersonal unterstützen können, benötigen sie also Kompetenzen, die das Niveau der Laienpflege deutlich übersteigen“, schreibt Heike Jurgschat-Geer in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aktivieren. Im Fokus steht die Förderung der Selbstständigkeit, der physischen und psychischen Gesundheitssituation und der Alltagsgestaltung in komplexen und hochkomplexen Versorgungssituationen. Die Tätigkeiten der Betreuungsassistenzen leiten sich laut der Expertin daher aus den festgestellten Pflege- und Betreuungsbedarfen im Pflegeprozess ab und dienen nicht ausschließlich dem Zeitvertreib. „Im realen Alltag einer Pflegeeinrichtung gestaltet sich das Aufgabenprofil für die Betreuungsassistenzpersonen also deutlich komplexer als in der Richtlinie der GKV skizziert“, so Jurgschat-Geer.

Die Regelungen der GKV-Richtlinien böten, so die Expertin, zwar mit den 16 Stunden jährlicher Fortbildung einen Ansatzpunkt, zeigten aber basierend auf dem beschriebenen Aufgabenprofil keine langfristige Perspektive auf für einen Kompetenzaufbau, den Erwerb eines höheren Qualifikationsniveaus oder das Erreichen eines höheren sozialen Status.

Persönliche Kompetenzen stehen im Vordergrund der Laufbahnplanung

Das neue Personalbemessungsverfahren (PeBem) setzt auf eine kompetenzorientierte Arbeitsorganisation und sieht langfristig die Integration der Betreuungsassistenzpersonen vor. „Dadurch ergeben sich für diese Beschäftigten Möglichkeiten, aus dem Sondergleis herauszutreten und sich im Schienennetz der Gesundheits- und sozialen Berufe zu positionieren“, schreibt Jurgschat-Geer. Dabei könnten individuelle Karriereziele formuliert werden. Dazu sei es erforderlich, nicht nur die Einordnung im Qualifikationsmix der Personalbemessung zu betrachten, sondern die persönlichen Kompetenzen und Fähigkeiten der Betreuungspersonen in den Blick zu nehmen und Laufbahnmodelle oder Karrierepfade für die unterschiedlichen Zielgruppen und Personen zu entwickeln.

Mehr zu konkreten Karrieremöglichkeiten von der Ausbildung zur Pflegeassistenz bis zu Ausbildungen in hauswirtschaftlichen Berufen, sozialer Arbeit, Ergotherapie oder Musik- und Kunsttherapie lesen Sie in der aktuellen Aktivieren.

Konkrete Ideen für Betreuungsangebote finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.