Angebotsplanung

Holzwerken kennt kein Alter

Eine mobile Werkstatt enthält nicht nur Hobel und Säge. Sie ist vor allem ein Werkzeug, um das Selbstwertgefühl zu stärken. Das stellt Die Werkzeugkiste unter Beweis, die in Pflegeinrichtungen zum Einsatz kommt.

Senior beim Holzwerken
Die mobile Werkstatt fördert und fordert motorische und kognitive Fähigkeiten. Foto: Tobias Marquardt

Holzwerken kennt kein Alter: Die mobile Werkstatt ist so konzipiert, dass nahezu jeder teilnehmen kann. Menschen, die ansonsten weniger von Angeboten profitieren, liegen Tobias Marquardt (Die Werkzeugkiste) besonders am Herzen. Egal ob motorisch oder kognitiv eingeschränkt, im Rollstuhl, mit verminderter Sehkraft oder mit nur noch einem aktiven Arm. Jeder kann teilhaben und mitmachen. „Selbst bei demenziellen Erkrankungen erinnern sich die Menschen oft an altbekannte Abläufe und können diese wieder abrufen“, schreibt der gelernte Tischler in der aktuellen Ausgabe von Aktivieren.

Alte Menschen können oft mehr, als andere und sie selbst sich zutrauen

Häufig wird Menschen nicht mehr viel zugetraut, sobald sie in eine Senioreneinrichtung umziehen, wie Marquardt erfahren hat. Dabei seien besonders diese Menschen darauf angewiesen, Erfolgserlebnisse zu sammeln, um ihr Selbstwertgefühl und ihre Lebensqualität zu stärken. Oft sind es laut Marquardt aber auch die alten Menschen selbst, die anfangs Zweifel haben, ob sie es schaffen, selbstständig ein Werkstück zu erstellen.

Kleingruppen funktionieren am besten

In kleinen Gruppen von fünf bis sieben Personen kann er mit den Seniorinnen und Senioren am besten arbeiten: „Hier funktioniert die Integration und Teilhabe optimal. Niemand geht in der Gruppe unter. Jeder nimmt vielmehr aktiv am Geschehen teil. Es entwickeln sich Gespräche, und die Teilnehmenden lernen sich auch untereinander besser kennen.“

Die Teilnehmenden bauen etwas von A bis Z, so selbstständig wie möglich. Dabei geht es laut Marquardrt nicht um Perfektion, sondern um Selbsttätigkeit. Es wird eigenhändig gemessen, angezeichnet, gesägt und gebohrt und schließlich zusammengebaut. Hierin liegt die kognitive und motorische Forderung und Förderung.

Die Aufmerksamkeitsspanne nimmt zu, wenn der Ehrgeiz geweckt ist

Sogar die Aufmerksamkeitsspanne steigt, hat Marquardt erfahren. Denn diese Aufgaben erfordern ein hohes Maß an Konzentration und Aufmerksamkeit. Auch die Sinne werden geschärft und gefördert. Ebenso setzen die Teilnehmenden bei allen Schritten ihre motorischen Fähigkeiten ein. „Sind erst einmal 80 Prozent geschafft, so wollen die Teilnehmenden erfahrungsgemäß auch den Rest noch unbedingt fertigstellen. Außerdem ist jeder jederzeit aktiv am Geschehen beteiligt und eingebunden“, erläutert Marquardt.

Mehr steht in der aktuellen Ausgabe von Aktivieren. für die Beschäftigung, auch speziell für Männer, finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.

Lernen Sie Tobias Marquardt im Interview kennen.