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33 Kerzen für 33 Leben: Bewegender Gedenkgottesdienst im Haus Stephanus

„Menschen, die wir lieben, bleiben für immer – denn sie hinterlassen Spuren in unseren Herzen.“ Mit diesem Gedanken gedachte das Haus Stephanus in Alsfeld in einem bewegenden Gottesdienst 33 Verstorbenen des letzten Jahres.

Gedenkgottesdienst
33 Kerzen für 33 Senior:innen: Mit einer bewegenden Erinnerungsfeier mit Angehörigen und persönlichen Ritualen gedachten die Zugehörigen der Verstorbenen der letzten zwölf Monate. Foto: MinhLuis_GFDE-Haus Stephanus

Würdevoller Rahmen für persönliche Erinnerungen

Ende November versammelten sich Angehörige, Bewohner:innen und Mitarbeitende des Hauses Stephanus in Alsfeld zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst. Im Mittelpunkt standen 33 Menschen, die zwischen November 2024 und November 2025 verstorben sind. Pfarrerin Anke Göltenboth und Sonja Hiebing, Gemeindereferentin und Koordinatorin der Pfarrei Heilige Drei Könige am Vogelsberg, gestalteten die Feier gemeinsam. Minh Luis, Leitung des Betreuungsdienstes, formulierte zu Beginn den Gedanken, der den Abend trug: „Menschen, die wir lieben, bleiben für immer – denn sie hinterlassen Spuren in unseren Herzen.“

Die Veranstaltung schuf einen geschützten Raum für Trauer und Erinnerung. Liturgische Texte, Psalmworte und eine Lesung aus dem Johannesevangelium bildeten den Rahmen für persönliches Gedenken. Den emotionalen Höhepunkt markierte das Verlesen der Namen: Für jede verstorbene Person entzündeten Mitarbeitende eine Kerze und stellten sie zum Altar – ein leuchtendes Zeichen gegen das Vergessen.

Gemeinschaft trägt in der Trauer

Die Musik spielte eine verbindende Rolle während der Gedenkfeier. Lieder wie „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ und Psalm 23 trugen die Anwesenden durch den Abend und schufen eine Atmosphäre des Trostes. Eine Bewohnerin fasste die besondere Verbundenheit in schlichte Worte: „Wir wussten voneinander. Wir saßen am gleichen Tisch. Wir haben zusammengelebt.“

Nach dem Gottesdienst öffnete das hauseigene Café Goethe seine Türen für die Trauergemeinde. Bei festlich gedeckten Tischen mit weißen Tischtüchern und Kerzen servierte die Küche Hokkaido-Suppe mit gerösteten Kernen, Kürbiskernöl und Brot. Diese gemeinsame Mahlzeit bot Raum für Gespräche und Austausch in vertrauter Atmosphäre.

Bleibende Zeichen der Verbundenheit

Zum Abschluss erhielten die Angehörigen besondere Erinnerungsstücke: Steine mit eingravierten Namen – beständig und greifbar wie die Erinnerung selbst. Auf Wunsch stellte das Haus auch digitale Fotos zur Verfügung, die gemeinsame Momente aus dem Alltag der Verstorbenen dokumentieren.

„Wir waren am Totensonntag in der Kirche – schön war es dort. Aber hier fühlt es sich persönlicher an. Wärmer. Und näher“, fasste eine Angehörige ihre Empfindungen zusammen. Der Gedenkgottesdienst im Haus Stephanus zeigte, wie wichtig gemeinschaftliche Rituale des Erinnerns sind: nicht als Endpunkte, sondern als Zeichen dafür, dass Biografien weiterleben und Spuren hinterlassen.

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