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Zeit gegen Zeit: Ehrenamtliches Gedächtnistraining begeistert

Im Adolf-Gröber-Haus in Weingarten sorgt Klaus Weiß mit seinem wöchentlichen Gedächtnistraining für geistige Fitness und Gemeinschaftsgefühl. Als Mitglied der Genossenschaft „Jung und Alt“ profitiert er von dem Konzept „Zeit gegen Zeit“ für ehrenamtliches Engagement.

Klaus Weiss
Klaus Weiß kommt seit 2014 ins Adolf-Gröber-Haus und bietet hier Gedächtnistraining an. Im September hatte er dort seinen 400. Einsatz. Foto: Stiftung Liebenau/Anne Oschwald

Denksport mit Wetteifer und Gemeinschaft

Wenn Klaus Weiß ins Adolf-Gröber-Haus der Stiftung Liebenau in Weingarten kommt, wird es lebhaft. Sein wöchentliches Gedächtnistraining fördert nicht nur die Denkleistung der Teilnehmenden, sondern weckt auch ihren Wetteifer. Mit vorbereiteten Begriffskarten fordert er die Senior:innen heraus: „Was gehört zur Ostsee?“ Wie aus der Pistole geschossen antworten mehrere gleichzeitig: „Stockholm!“ Die sechs Teilnehmenden spornen sich gegenseitig an, während sie Städte und Flüsse wie Donau, Tiber, Seine oder Main sowie Rom, Paris, Budapest und Frankfurt richtig zuordnen sollen.

Vielfältige Übungen für geistige Fitness

Das Angebot geht weit über einfache Zuordnungen hinaus. Die Gruppe rät, singt gemeinsam, übersetzt schwäbische Ausdrücke und diskutiert verschiedenste Themen. Klaus Weiß‘ Repertoire ist beeindruckend: Allein von Bildern mit Doppelbegriffen hat er 800 auf seinem USB-Stick gespeichert. Bei dieser Übung müssen zwei gemalte Dinge zu einem sinnvollen Wort kombiniert werden – aus Bierkrug und Zelt wird „Bierzelt“. Besonders anspruchsvoll wird es, wenn die Bewohner:innen Farbbegriffe vorlesen müssen, die in anderen Farben geschrieben sind – etwa das Wort „Blau“ in roter Schrift. Diese Konzentrations- und Wahrnehmungsübungen fordern die Teilnehmenden heraus und halten sie geistig fit.

Zeit gegen Zeit: Innovatives Konzept für Ehrenamt

Seit 2014 engagiert sich Klaus Weiß im Adolf-Gröber-Haus und feierte kürzlich seinen 400. Einsatz. Als Mitglied der Genossenschaft Jung und Alt praktiziert er das innovative Konzept „Zeit gegen Zeit“: Für seinen ehrenamtlichen Einsatz erhält er entsprechende Zeitgutschriften auf seinem Zeitkonto sowie eine Aufwandsentschädigung von fünf Euro pro Einsatz. Diese gesammelte Zeit kann er später selbst in Anspruch nehmen – etwa für Blumengießen während seiner Reisen, Fahrdienste oder Haushaltshilfe. Was als einfaches „Stadt, Land, Fluss“-Spiel begann, hat Klaus Weiß durch eigene Recherchen in der Bücherei zu einem umfassenden Gedächtnistraining weiterentwickelt. Dieses Modell zeigt, wie ehrenamtliches Engagement in der Seniorenbetreuung durch innovative Anreize gefördert werden kann.

Mehr erfahren überehrenamtliches Engagement bei der Stiftung Liebenau

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