Angebotsplanung

Wer Talente fördert, motiviert das Team

Betreuungsleitungen, die sich im interprofessionellen Team auf die Suche nach besonderen Talenten von Mitarbeitenden machen, sorgen für Anerkennung. Gleichzeitig entstehen besonders attraktive Angebote für Bewohner:innen.

Team im Gespräch
Ermutigen Sie die Mitarbeitenden zur Zusammenarbeit für mehr Abwechslung bei der Angebotsgestaltung. Foto: Werner Krüper

Wer Talente fördert, motiviert das Team: Bei aller Trennung von Verantwortungsbereichen sollte die Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen nicht zu kurz kommen. Davon sind die Aktivierungs-Expertinnen Bettina M. Jasper und Andrea Friese überzeugt. Sie empfehlen Leitungen der Sozialen Betreuung, die vielen Kompetenzen aller Mitarbeitenden zu nutzen – aus der eigenen Abteilung ebenso wie aus anderen Bereichen. „Bestimmt schlummern auch in Ihrem Haus eine Reihe bisher unerkannter Talente“, schreiben die beiden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aktivieren.

„In einem engagierten Team ist es wichtig, dass Sie als Leitung immer wieder Impulse geben, um die Motivation der Einzelnen auf hohem Niveau zu halten“, so Bettina M. Jasper. Das könne dann besonders gut gelingen, wenn die Mitarbeitenden von Zeit zu Zeit Gelegenheiten erhalten, ihre Talente zu zeigen und einzubringen und so besondere Wertschätzung von Kolleg:innen und Bewohner:innen zu erfahren. Das können zum Beispiel handwerkliche Fähigkeiten, technische Kenntnisse, kommunikative Kompetenzen oder kreative Talente sein, die bisher gar nicht oder nur im privaten Umfeld Anwendung finden.

„Nehmen Sie bei der Suche nach Talenten und Ideen nicht nur die eigene Abteilung in den Blick, sondern beziehen Sie Kolleg:innen aus Pflege, Hauswirtschaft, Technik, Verwaltung usw. ein“, empfiehlt Andrea Friese.

Aktiv Talente und Kooperationen suchen

Eine Talentsuche kann durch Nachfrage bei Besprechungen erfolgen, durch eine Pinnwand in Sozial- und Pausenräumen, in der die Betreuungsleitung um Mitteilungen auf „Talentkarten“ bittet. „Fordern Sie auf zu einem kleinen Wettbewerb auf, welcher Wohnbereich oder welche Abteilung die meisten Talente einbringen kann“, raten die Expertinnen. Ein ausgesetzter kleiner Gewinn fürs Team könnte dabei motivierend wirken.

Akzente setzen im Programm

Die entdeckten Talente können Leitungen nutzen, um einerseits den Betroffenen eine (symbolische) Bühne zu verschaffen. So werden sie nicht nur in ihrer gewöhnlichen Arbeitssituation gesehen, sondern können sich mit anderen Seiten ihrer Persönlichkeit präsentieren und Wertschätzung erfahren. „Dabei geht es um jeweils einmalige Aktionen oder Veranstaltungen, nicht um die regelmäßige Übernahme neuer Aufgaben. Schließlich sollen alle ihre normale Arbeit weiterhin verrichten“, ergänzt Jasper. Für die Bewohner:innen der Einrichtung ergeben sich den Autorinnen zu Folge auf diese Weise attraktive Angebote. Sie sind sicher: „Solche Highlights ergänzen das vertraute Programm und schaffen jede Menge Abwechslung.“

Passend dazu: Raus aus dem Klagemodus

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren. Weitere Ideen ür die Beschäftigung finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.

Lust auf mehr fachlichen Input?

Dann können wir Euch zwei Seminare der Vincentz-Akademie mit Schwerpunkt Soziale Betreuung besonders ans Herz legen.

Seminar 3: Fachlich kompetent und anforderungsgerecht in der Aktivierungspraxis – mit Bettina Greb Kohlstedt

Hier geht es um das Qualitätsmanagement sozialer Betreuungsangebote: Welche Anforderungen an eine „gute Pflege“ kann die soziale Betreuung übernehmen? Wie werden Aktivierungsangebote gestaltet und wo sind sie in der Dokumentation zu finden? Dieses Seminar erläutert mit starkem Praxisbezug und beispielhaft, wie Aktivierungsangebote risikogruppengerecht, biografisch und fachgerecht umgesetzt werden können.
https://www.vincentz-akademie.de/kursuebersicht/seminar-3/
13.03.24 in Essen
08.05.24 in Leipzig
16.04.24 via Zoom

Seminar 4: Konflikte mit Menschen mit Demenz kreativ deeskalieren – mit Dr. Phil. Svenja Sachweh

Euch erwartet Input aus der Praxis für die Praxis: Konflikte mit Demenz-Betroffenen sind zwar oft der Krankheit, aber auch unserem Verhalten geschuldet. Einige davon kann man demenzgerecht deeskalieren und andere sogar ganz vermeiden – nämlich wenn man weiß, wie Menschen mit Demenz kommunikativ gesehen „ticken“. In diesem Kurs reflektieren die Teilnehmenden ihr verbales und nonverbales Verhalten: Was ist gut gemeint, was gut gemacht? Weil diese uns oft besser helfen als Lehrbücher, dienen uns dabei erprobte, spielerische Lösungswege aus der Praxis als Vorbilder.
https://www.vincentz-akademie.de/kursuebersicht/seminar-4/
12.03.24 in Essen