Angebotsplanung

Therapiehunde bringen Freude ins Altenwohnzentrum Nordenham

Therapiehunde sorgen im Pflegeheim für besondere Glücksmomente bei den Bewohner:innen, insbesondere bei denen mit Demenz. Durch die Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst wird tiergestützte Therapie regelmäßig angeboten.

Besuchsdienst im AWO Altenwohnzentrum: Maren Borchardt (Koordinatorin der sozialen Betreuung, l.), Hanne Fischer-Voigt mit Yarka und Einrichtungsleiter Stefan Seidl haben die Kooperation verstetigt.
Besuchsdienst im AWO Altenwohnzentrum: Maren Borchardt (Koordinatorin der sozialen Betreuung, l.), Hanne Fischer-Voigt mit Yarka und Einrichtungsleiter Stefan Seidl haben die Kooperation verstetigt. Foto: Awo Weser-Ems

Im Awo Altenwohnzentrum Nordenham (Niedersachsen) sorgen zwei ganz besondere „Mitarbeiterinnen“ für freudige Momente: die Therapiehunde Hilde und Yarka. Die beiden Hündinnen sind Teil einer Kooperation zwischen der Einrichtung und dem Malteser Hilfsdienst Wesermarsch, die den Bewohnern, insbesondere den Menschen mit demenziellen Veränderungen, einen tiergestützten Ansatz zur Verbesserung ihres Wohlbefindens bietet.

Der Umzug in ein Pflegeheim bedeutet für viele Menschen eine enorme Veränderung. Der Verlust vertrauter Umgebungen und Routinen kann oft Unsicherheit und Einsamkeit auslösen. Genau hier setzt die Kooperation mit den Maltesern an: Mit dem regelmäßigen Besuch der beiden Therapiehunde sollen die Bewohner:innen gezielt unterstützt werden, sich in ihrer neuen Umgebung wohler zu fühlen. „Ich bin durchweg begeistert, was unser Team beständig für die Bewohnerinnen und Bewohner leistet“, betont Einrichtungsleiter Stefan Seidl.

Eigene Netzwerke schaffen Brücken

Die Idee zu dieser tiergestützten Therapie ist durch Kontakte zwischen dem Awo Altenwohnzentrum und den Maltesern entstanden. Besonders stolz ist Einrichtungsleiter Seidl, dass seine Mitarbeitenden ihre eigenen Netzwerke nutzen, um Brücken zur Einrichtung zu schaffen. „Denn ihnen geht es nicht nur um die temporäre Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner, sondern um die Teilhabe im Leben einer Gemeinschaft“, so der Heimleiter.

Schließlich wurde das tierische Konzept in dem Pflegeheim getestet. „Bewohnerinnen und Bewohner mit einer demenziellen Veränderung haben sehr positiv auf die Hunde reagiert“, berichtet Seidl. Das habe die Verantwortlichen bestärkt, die Kooperation langfristig zu etablieren.

Die Zusammenarbeit wurde offiziell vertraglich festgehalten. Wichtig sei dabei, dass die Besuche strukturiert und professionell ablaufen. Es gibt klare Vorgaben, wie etwa den Nachweis von Impfungen der Hunde und deren gute Führbarkeit. Zudem ist ein Besuchsintervall von zwei Wochen vereinbart, um den Hunden und Bewohnern ausreichend Zeit für eine behutsame Eingewöhnung zu geben. „Hund und Mensch müssen sich erst einmal gegenseitig kennenlernen“, erklärt Seidl.

Hundebesuche in Einzelbetreuung

Der Besuch der Hunde erfolgt individuell und oft in Einzelbetreuung, um gezielt auf die Bedürfnisse der Bewohner einzugehen. Gerade bei Menschen mit Demenz wird dabei auf biografische Verknüpfungen gesetzt. Durch den Kontakt mit den Tieren können emotionale Erinnerungen aktiviert werden. Es werden Brücken zwischen dem Hier und Jetzt und der Welt, in der sich die demenziell veränderten Bewohner:innen gedanklich befinden, gebaut. „Die Bewohnerinnen und Bewohner leben im wahrsten Sinne in unserer Einrichtung und sollen sich in ihrem Alltag so frei wie möglich fühlen. Viele von ihnen haben Bilder mit Hunden an der Wand und erzählen emotionale Geschichten, die sie gemeinsam mit einem damaligen Familienmitglied erlebt haben. So sehen wir die Hunde auch in unserem Bereich – wie Familienmitglieder“, sagt Stefan Seidl.

Das Angebot ist für die Bewohner kostenfrei und wird als Teil der Betreuungsleistungen im Haus angeboten. Die tiergestützte Therapie zeigt eindrucksvoll, wie auch einfache Maßnahmen einen großen Unterschied im Alltag der Menschen machen können – und wie wertvoll die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen und ehrenamtlichen Organisationen wie den Maltesern ist.

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