News

Telefonseelsorge: mehr Gespräche über Einsamkeit

Im letzten Jahr hat sich die Anzahl der Anrufer, die aus Einsamkeit bei der Telefonseelsorge anrufen, deutlich erhöht: von 20 auf 25 Prozent.

Foto: AdobeStock/wavebreakmediaMirco
Corona wirkt wie ein Vergrößerungsglas über schon bestehende Probleme, sagen Psychologen mit Blick auf psychische Erkrankungen und Ängste. Foto: AdobeStock/WavebreakmediaMirco

Telefonseelsorger sprechen nach Erkenntnis einer Psychologin coronabedingt mit immer mehr Menschen, die sich einsam fühlen. „Im Jahr 2019 hat sich Einsamkeit in etwa jedem fünften Gespräch als ein Gesprächsthema gezeigt, also nicht nur als eine Lebenssituation oder Befindlichkeit, sondern es wurde explizit thematisiert“, sagte Ruth Belzner, die Leiterin der Telefonseelsorge Würzburg/Main-Rhön, in einem Videogespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Das ist im Jahr 2020 über das ganze Jahr gerechnet auf 25 Prozent hochgegangen, also jedes vierte Gespräch.“ Das sei eine signifikante Steigerung.

„Wir erleben aber auch ganz oft, dass Menschen ein anderes Thema ins Gespräch bringen. Aber sie rufen im Prinzip an, weil sie einsam sind“, erklärte Belzner in dem am Montag veröffentlichten Dialog. Die Mitarbeiter der Telefonseelsorgen telefonierten nicht nur, sondern chatteten auch mit Interessierten. Corona wirke wie ein Vergrößerungsglas über schon bestehende Probleme, sagte sie mit Blick auf psychische Erkrankungen, Ängste und schwierige Familienverhältnisse.