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Tandemfahren kennt kein Alter
Für das Paralleltandem gebe es keine Altersgrenze, sagt Fahrer Klaus Reichert. In Ostfildern bei Stuttgart fährt er damit Senior:innen spazieren. Sein bisher ältester Fahrgast war 99 Jahre. Manche Fahrgäste aus dem Pflegeheim kommen nur durch das Paralleltandem endlich einmal wieder hinaus an die frische Luft.
Reichert gehört zur Ortsgruppe Ostfildern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Die Initialzündung war bei ihm ein Film, in dem das Fahrzeug vorgestellt wurde, dank dessen Senioren endlich wieder „den Wind in den Haaren spüren“ können. „Das sollten wir auch bei uns haben“, sagte er sich.
Die Ortsgruppe hatte allerdings keine 13.000 Euro. Also ging sie im Jahr 2017 auf Werbetour, um Sponsoren zu finden. Acht Unterstützer von der Bürgerstiftung bis zum Bundesumweltministerium waren dabei. Bis heute ist die Mitfahrt kostenlos, 6.700 Kilometer sind auf dem Tacho.
Jeder radelt nach seinen Kapazitäten
Jedes Jahr um Ostern herum beginnt die Saison, dann nimmt Reichert wieder Seniorinnen und Senioren auf Tour. Manche kommen aus der Tagespflege, freitags sind immer die Bewohner des Samariterstifts Ostfildern an der Reihe. Für die Beine der Mitfahrer gibt es mehrere Optionen: Sie können treten, im Leerlauf ruhen oder sie werden durch die Pedale zwangsbewegt. Wenn nötig, werden die Pedale durch eine feste Platte ersetzt. Der Sitz lässt sich um 90 Grad drehen, so können auch Rollstuhlfahrer auf ihm platziert werden. (epd)
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