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Pflegenotstand: Ehemalige Gesundheitsministerin schlägt Alarm
Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt, geht davon aus, dass Familien künftig mehr Pflegearbeit übernehmen müssen, weil professionelle Pflegekräfte diese „nicht mehr alleine stemmen können.“
In einem Interview mit der in Berlin erscheinenden „tageszeitung“ kritisierte Hasselfeldt die desolate Lage in der Pflege. „Wir haben derzeit viele Krisen, da verschwindet die Pflege leider aus der öffentlichen Wahrnehmung“. Die Pflegebedürftigkeit erscheine als Privatrisiko, von dem jeder hoffe, dass er oder sie davon verschont bleibe. Die Pflegeversicherung sei aber auf Solidarität aufgebaut. Das müsse unbedingt erhalten werden.
Hasselfeldt war von 1991 bis 1993 Bundesgesundheitsministerin. Nach ihrer Ansicht sei bei Einführung der Pflegeversicherung das Problem in der heutigen Dimension nicht vorauszusehen gewesen. Neben der Zunahme der Pflegebedürftigen, „weil die Menschen immer älter werden durch die Fortschritte in der Medizin“, gebe es den Fachkräftemangel. Neben Familien müssten wohl auch Nachbarn und Freunde künftig mehr Pflegearbeit übernehmen.
Die DRK-Präsidentin spricht sich im Interview klar dafür aus, dass die medizinische Behandlungspflege in der stationären Altenpflege künftig von der Krankenversicherung übernommen wird. Zudem müssten die Länder die Investitionskosten der Heime übernehmen.
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