Demenz

Neue Impulse durch digitale Betreuungsangebote

Wie können digitale Tools die Betreuungsarbeit bereichern? In zwei Einrichtungen zeigt sich: Technik schafft Gesprächsanlässe und motiviert zur Bewegung – wenn sie zum Alltag passt und die Menschen erreicht.

Pflegerin mit Bewohner vor Bildschirm mit Würfel
Im Schwerpunkt von Aktivieren im September geht es um "Digitale Tools in der Betreuung": Lesen Sie, wie ein Erinnerungswürfel und Bewegungsspiele den Alltag in Pflegeheimen verändern. Foto: Memory Cube

Zwischen Mittagessen und Nachmittagsprogramm, in Wartesituationen oder ruhigen Momenten: Der Betreuungsalltag bietet viele Gelegenheiten für Begegnung. Doch nicht immer entstehen daraus Gespräche oder gemeinsame Aktivitäten. Digitale Werkzeuge können hier ansetzen – vorausgesetzt, sie fügen sich natürlich in den Alltag ein und sprechen die Bewohner:innen an.

In der K&S-Seniorenresidenz Buxtehude gehört ein kleiner Würfel inzwischen zum Alltag. Der MemoryCube bringt Fotos und Videos auf den Bildschirm, laut den Verantwortlichen ohne komplizierte Bedienung. Ein Bild erscheint, Bewohner:innen erkennen sich oder andere, Gespräche entstehen. Sabrina Häsing und Lars Oldach von der Einrichtung berichten, dass solche Momente oft spontan passieren – zwischen Bewohner:innen, mit Mitarbeitenden oder wenn Angehörige über eine App Inhalte hochladen.

Im Haus Billetal der Seniorenpartner Elisabeth Schulz GmbH & Co. KG in Trittau geht es um Bewegung. Dort werden laut Carina Wrobel, Leitung Soziale Betreuung, und Roberto Rotondo, Psychologe der Einrichtung, sogenannte Exergames eingesetzt – digitale Bewegungsspiele für Senior:innen. Entwickelt wurden sie von Berti Games, wie CEO Johannes Heering erläutert.

Praxistest und Weiterentwicklung

Beide Einrichtungen betonen die Bedeutung von Praxistests. K&S Buxtehude arbeitet nach eigenen Angaben eng mit dem Entwickler des MemoryCube zusammen und gibt direktes Feedback. Im Haus Billetal wurde die Pilotierung von Roberto Rotondo begleitet. Johannes Heering von Berti Games sagt, dass Rückmeldungen aus der Praxis in die Weiterentwicklung einfließen.

Die Frage nach Hürden bei der Einführung digitaler Angebote wird in beiden Fällen ähnlich beantwortet: Technik müsse einfach bedienbar sein und zum Alltag passen. Schulungen und Eingewöhnungsphasen seien hilfreich, berichten die Verantwortlichen. Wichtig sei zudem die Haltung der Mitarbeitenden, so Roberto Rotondo.

Ausblick auf den Schwerpunkt

Die beiden Beispiele zeigen unterschiedliche Ansätze: Der eine setzt auf Erinnerung und Biografiearbeit, der andere auf Bewegungsförderung. Beide verbindet die Frage, wie digitale Werkzeuge die Betreuungsarbeit unterstützen können – ohne zusätzliche Belastung zu schaffen.

Welche konkreten Erfahrungen die Teams gemacht haben, wie Bewohner:innen reagieren und welche Empfehlungen die Beteiligten für andere Einrichtungen haben, lesen Sie im aktuellen Schwerpunkt „Digitale Tools in der Betreuung“ in der Zeitschrift Aktivieren.

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Tipp, damit Sie Ihr Team bei Veränderungen durch digitale Angebote gut mitnehmen können: Online-Seminar Dr. Mercedes Stiller zu Zielgesprächen mit Mitarbeitenden: https://vinc.li/Zielgespräch

Und: Wie Sie Qualität sichern, auch in der Sozialen Betreuung, ist Thema des „Fernlehrgang Qualitätsmanagement“ der Vincentz Akademie ab dem 19.10.2026.

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