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Jede vierte Freiwilligendienst-Stelle bedroht
Weil die Bundesregierung bei den Freiwilligendiensten sparen will, droht im kommenden Jahr jeder vierten Stelle das Aus, warnt Birgitta Kelbch, Leiterin der Freiwilligendienste im Bistum Essen. Gegenwehr kommt von den Freiwilligen selbst: Ihre Petition hat so viel Zustimmung erhalten, dass sich bald der Bundestag damit beschäftigt.
Sie sind die helfende Hand und das offene Ohr für Menschen im Altenheim oder der Tagespflege. Sie kümmern sich um den Garten, fahren dringend benötigte Medikamente durch die Stadt oder lesen alten Menschen vor: Für rund 350 meist junge Menschen bieten die Freiwilligendienste im Bistum Essen einen Platz an. Doch wenn die aktuellen Kürzungspläne der Bundesregierung Realität werden, droht mindestens jeder vierten Freiwilligendienst-Stelle das Aus – nicht nur im Ruhrbistum, sondern bundesweit. Davor warnt Birgitta Kelbch, die Leiterin der Freiwilligendienste im Bistum Essen. Den aktuellen Haushaltplanungen zufolge sollen dem Bundesfamilienministerium im kommenden Jahr 78 Millionen Euro weniger für die Freiwilligendienste zur Verfügung stehen als 2023 – ein Minus von knapp 24 Prozent. Für 2025 sind weitere Einschnitte vorgesehen, „treten diese Kürzungen in Kraft, fällt dann etwa jede dritte Stelle weg“, befürchtet Kelbch.
Ampelregierung will beim Bufdi kürzen
Obwohl im Koalitionsvertrag Ausbau und höhere Taschengelder versprochen wurden, sollen die staatlichen Programme, darunter der Bundesfreiwilligendienst und der Jugendfreiwilligendienst (Bufdi), finanziell stark gekürzt werden.
Derzeit ermöglichen diese Programme Freiwilligen eine staatlich anerkannte Einsatzstelle für sechs bis 18 Monate. Dabei übernimm die Einrichtung ihre Sozialleistungen sie erhalten ein Taschengeld von bis zu 438 Euro. Für 2023 sind 326 Millionen Euro im Haushalt vorgesehen, jedoch droht ab 2024 etwa ein Viertel der Mittel zu entfallen, was 248 Millionen Euro übrig lassen würde. Weitere Kürzungen sind für 2025 in Aussicht.
„Unsere Gesellschaft braucht eine deutliche Stärkung der Freiwilligendienste“
Die Freiwilligendienste im Bistum Essen werden gemeinsam von Bistum, Diözesan-Caritasverband und dem Jugendverband BDKJ getragen. Sie organisieren die Bewerbungsverfahren, die Vermittlung sowie die Betreuung in Einsatzstellen und veranstalten Seminare, die fest zum Programm eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) oder Bundesfreiwilligendienstes (BFD) gehören. Für Kelbch sind die nun geplanten Einschnitte völlig unverständlich: „Unsere Gesellschaft braucht keine Kürzungen, sondern eine deutliche Stärkung der Freiwilligendienste“, appelliert sie. Nicht nur für die Menschen, die Jugendtreffs besuchen, in Kliniken betreut werden oder in Senioreneinrichtungen wohnen, seien die jungen Freiwilligen wichtige Kontaktpersonen, die die Arbeit der pädagogischen, pflegerischen oder medizinischen Profis ergänzen.
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Freiwillige starten Petition
Deutliche Gegenwehr gegen die Kürzungen kommt nicht nur von Seiten der Träger der Freiwilligendienste, von Kirchen, Caritas, Jugend- und Wohlfahrtsverbänden, sondern vor allem von den Freiwilligen selbst. Unter der Überschrift „Freiwilligendienst stärken“ haben Freiwillige Mitte Mai eine offizielle Petition gestartet, die anstelle von Kürzungen eine Ausweitung des staatlichen Engagements fordert.
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