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Fotoausstellung zeigt Wunschsterbeorte
Klassische Sterbe-Orte sind das Krankenhaus, das Hospiz, das Pflegeheim, vielleicht noch das eigene Zuhause. Aber wo wäre unser Wunsch-Sterbe-Ort, wenn wir ihn frei wählen dürften? Gibt es einen schönen Ort zum Sterben? Für eine Mitmach-Aktion hatte der Fachbereich Kunst der Diakonie der Diözese Rottenburg-Stuttgart Interessierte aufgerufen, ihre Wunsch-Sterbe-Orte anhand von Fotos einzusenden und mit erklärenden Sätzen zu versehen. Insgesamt sind über 60 Bildwerke zusammengekommen, die sie noch bis zum 8. September in ihrem Tagungshaus in Weingarten zeigt.
Fotoausstellung zeigt Wunschsterbeorte: An der Fotoaktion beteiligten sich nicht nur Künstler:innen. Vielmehr haben Privatpersonen situativ entstandene Fotos eingereicht. „Nicht nur die Anzahl der eingesandten Fotos beeindruckte, auch die vielen Begleittexte berührten uns“, so Dr. Ilonka Czerny, Fachbereichsleiterin Kunst.
Wir berichteten unter der Überschrift „Fotowettbewerb sucht schöne Orte zum Sterben“
Es kamen, wie erwartet, sehr viele Naturdarstellungen, aber auch überraschende Motive, sagte die Kuratorin der Aussttellung. „Und mir fehlten manchmal die Worte – etwa dann, wenn eine Fotografin schrieb, wie ihr ein vor Jahren abgelichteter Sonnenaufgang über der Schwäbischen Alb heute Trost auf der Palliativstation spendet.“ Auch Symbolbilder wurden eingereicht. Ein Mann hatte seinen Bauchnabel fotografiert: die Verbindung zum Mutterleib, in den er zum Sterben gerne zurückkehren würde.
Begleitende Worte geben Bildern emotionale Bedeutung
So sind es laut Czerny oft erst die Worte, die ein Bild emotional aufladen. Eine Einsederin schrieb zu ihrem Bild: „Zur Zeit liege ich auf der Palliativstation und habe diesen tröstlichen Sonnenaufgang vor Augen.“ So werde aus einem Sonnenaufgang ein Trostbild in schweren Zeiten.
Heute werde der Tod, da er sich meist in Krankenhäusern, Altenheimen und Hospizen ereignet, fast ausgeschlossen. „Demgegenüber wollen wir dem Unvermeidlichen, Tabuisierten Raum geben“, bekräftigte Czerny.
Hier geht es zum Videointerview mit der Kuratorin.
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