Angebotsplanung
Digitaler Spieltisch bringt Jung und Alt zusammen
Im Haus Stephanus Alsfeld spielen Siebtklässler:innen der Erich-Kästner-Schule regelmäßig mit Bewohner:innen. Ein digitaler Care Table ermöglicht auch Menschen mit Einschränkungen die Teilnahme.
Im Alten- und Pflegeheim Haus Stephanus in Alsfeld entsteht durch ein generationenübergreifendes Projekt mehr als Zeitvertreib. Alle zwei Wochen donnerstags treffen sich Schüler:innen der Erich-Kästner-Schule mit Bewohner:innen zum gemeinsamen Spielen. Das Projekt trägt den Titel „Begegnung und Interaktion zwischen Jung und Alt. Gemeinsames Austauschen, Lernen und Wachsen“ und bildet den Auftakt des neuen Jahresmottos der Einrichtung.
Digitale Technik unterstützt klassisches Spiel
Herzstück des Projekts ist der digitale Care Table, dessen Anschaffung die GlücksSpirale ermöglichte. Der Aktivitätstisch verbindet klassische Gesellschaftsspiele mit moderner Technik. Funktionen wie automatisches Würfeln, Zählen oder das Platzieren von Spielfiguren erleichtern Menschen mit körperlichen Einschränkungen den Zugang. Zentrale Elemente wie Erinnern, Erzählen und gemeinsames Entscheiden bleiben bewusst in menschlicher Hand.
Einrichtungsleiter Manuel Jöckel bewertet den Care Table als sinnvolle Ergänzung: Er biete einen niedrigschwelligen Zugang zu Aktivierung und Teilhabe ohne technische Hürden. Das System fördere kognitive Fähigkeiten und unterstütze soziale Begegnungen. Projektkoordinatorin Minh Luis erklärt: „Wir wollten sicher sein, dass die Technik wirklich zu unseren Bewohnerinnen und Bewohnern passt.“
Berührungsängste weichen Vertrauen
Der Einstieg fällt nicht allen leicht. Namen werden vorgestellt, Stimmen bleiben zunächst leise. Dann entstehen erste Gespräche. Jugendliche berichten von Familiengeschichten aus Italien, Afghanistan oder Eritrea. Sie erklären Spielregeln und helfen bei Unsicherheiten. Mit jedem Spiel wächst das Vertrauen. Zwischen Spielzügen entstehen Gespräche über Kindheit, Gärten und Lebensbrüche. „Am Anfang war es komisch“, sagt eine Bewohnerin. „Jetzt kommunizieren wir richtig gut.“ Eine Schülerin formuliert kürzer: „Cool.“
Digitale Angebote als Ergänzung
Das Projekt folgt einer klaren Leitidee: Digitale Angebote sollen klassische Aktivierung nicht ersetzen, sondern erweitern. Gesellschaftsspiele, Bewegung, Gesang und Gespräche bleiben feste Bestandteile. Pädagogisch begleitet Jonas Mülot von der Erich-Kästner-Schule das Projekt. Weitere Treffen und Reflexionsrunden sind geplant.
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