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ALTENPFLEGE 2026: „Derzeitige Ausbildungsstruktur auf den Prüfstand stellen“

Der bpa Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. engagiert sich seit vielen Jahren für tragfähige Rahmenbedingungen in der Altenhilfe und für eine starke Stimme der Praxis in der politischen Diskussion. Im Interview mit der Redaktion gibt bpa-Präsident Bernd Meurer einen Einblick, was Messebesuchende auf der ALTENPFLEGE 2026 vom 21. bis 23. April in Essen erwartet. Machen Sie sich selbst in Bild im Bereich Pflege & Therapie (Halle 7).

Bernd Meurer, bpa-Präsident
Bernd Meurer: "Die Sozialhilfeträger schulden den Pflegeeinrichtungen rund eine halbe Milliarde Euro aus der „Hilfe zur Pflege“. Hier muss mit einfacheren Verfahren und schnelleren Zahlungen gegengesteuert werden." Foto: Arne Poehnert; Grafik: Vincentz Network

In vielen Einrichtungen fehlen Pflegekräfte. Welche Impulse setzt der bpa, um Ausbildung und Personalgewinnung attraktiver zu machen – und wie können Träger vor Ort dabei unterstützt werden?

Neben der politischen Arbeit an zukunftsfähigen Lösungen wie der Kompetenzvermutung sind wir über unsere Servicegesellschaft auch konkret in der Anwerbung internationaler Kräfte für unsere Mitglieder aktiv. Gleichzeitig bleibt es wichtig, die derzeitige Ausbildungsstruktur im Inland auf der Prüfstand zu stellen, um wieder zu den Zuwachsraten der eigenständigen Altenpflegeausbildung zu kommen.

Die Branche diskutiert immer wieder über mehr Selbstbestimmung von Pflegebedürftigen und gute Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte diskutiert. Wie lässt sich beides in der täglichen Praxis der stationären Pflege ausbalancieren?

Das ist ein Thema für alle Sektoren. Grundsätzlich brauchen wir deutlich mehr unternehmerische Freiheit und weniger Prüfinstanzen, die die tägliche Arbeit behindern. Dann kann sich die Pflege mehr an den tatsächlichen Realitäten ausrichten – im Sinne der Pflegebedürftigen, der Mitarbeitenden und der Absicherung der Versorgung für alle Betroffenen.

Viele private und freigemeinnützige Pflegeanbieter stehen angesichts steigender Kosten und Personalanforderungen unter Druck. Welche Lösungen und finanzpolitischen Maßnahmen fordert der bpa, um die wirtschaftliche Stabilität der Pflegebranche nachhaltig zu sichern?

Die finanzielle Absicherung der Pflegeversicherung muss schnell erfolgen. Aber damit ist es nicht getan. Die Sozialhilfeträger schulden den Pflegeeinrichtungen rund eine halbe Milliarde Euro aus der „Hilfe zur Pflege“. Hier muss mit einfacheren Verfahren und schnelleren Zahlungen gegengesteuert werden.

Welche zentralen Themen und Impulse können Messebesucher:innen aus der stationären Altenpflege vom Besuch an Ihrem Stand mitnehmen?

Die größte Herausforderung in den nächsten Monaten wird sein, die Versorgungslandschaft in Deutschland zu stabilisieren und wieder Anreize für den Ausbau der Pflegeangebote zu setzen. Dazu haben wir konkrete Antworten. Darüber hinaus erleben interessierte Besucherinnen und Besucher, wie die Mitgliedschaft in einem starken Verband ihre alltägliche Arbeit erleichtert und stärkt.

https://www.altenpflege-messe.de