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Wie ein Palliativ-Team Krankenhauseinweisungen am Lebensende vorbeugt
Pflegeheimbewohner verbringen ihr Lebensende oft unnötigerweise im Krankenhaus. Das Expertenteam Palliative Pflege der Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises zeigt, wie es besser geht.
Wie ein Palliativ-Team Krankenhauseinweisungen am Lebensende vorbeugt:
Viele Krankenhauseinweisungen sind vermeidbar
In der Frage des bevorzugten Sterbeortes klafft eine gewaltige Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Während die überwiegende Mehrheit der Menschen die letzten Lebenstage und -stunden in ihrem häuslichen Umfeld verbringen möchte, ereignet sich fast die Hälfte der Sterbefälle im Krankenhaus. Auch Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen werden am Lebensendehäufig ins Krankenhaus eingewiesen, obwohl es in vielen Fällen vermeidbar wäre.
Pflegende sind in Krisensituationen oft unsicher
Vor allem in Nachtdiensten und an Wochenenden gebe es Notrufe aus Pflegeheimen, erklärt Dr. Florian Unbehaun, Chefarzt des Klinikums Hanau, in einem Video des Expertenteams Palliative Pflege. Aus einer unklaren Situation heraus würden Rettungssanitäter oder Notärzte dann die Einweisung ins Krankenhaus vornehmen, wo die Bewohnerinnen und Bewohner das komplette diagnostische Programm durchliefen. „Die Einweisungen könnten vermieden werden, wenn vor Ort entsprechend geschultes Pflegepersonal wäre, das im Sinne einer vorausschauenden Planung mit den zuständigen Ärzten Krisenmaßnahmen für auftretende Symptome bespricht und für die erforderliche Bedarfsmedikation gesorgt hat“, so Unbehaun.
Ein Expertenteam unterstützt
Um Menschen in der letzten Lebensphase entsprechend ihrer Wünsche und Bedürfnisse zu versorgen und vermeidbare Einweisungen ins Krankenhaus zu vermeiden, setzen die Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises auf ein eigenes Modell mit Vorbildcharakter: ein Expertenteam Palliative Pflege (kurz: EPP-Team). Es betreut gezielt Bewohnerinnen und Bewohner in allen Einrichtungen des Trägers, bei denen es nicht mehr um die körperliche Aktivierung geht, sondern darum, am Lebensende die Lebensqualität zu verbessern sowie Schmerzen und Ängste zu lindern (siehe Video).
Was das Expertenteam auszeichnet
Eine Besonderheit des EPP-Teams ist laut Teamleiterin Silvia Fuß, dass alle Teammitglieder eine Weiterbildung zur Palliative Care-Fachkraft erhalten haben. Außerdem sei das Team so organisiert, dass es unabhängig von der regulären Pflege arbeite und telefonisch rund um die Uhr erreichbar sei. Für die Mitarbeitenden ergibt sich dadurch die Möglichkeit, in Krisensituationen das EPP-Team zu kontaktieren und den weiteren Ablauf zu besprechen, anstatt einen Notruf abzusetzen. Das Modell soll nun auch auf Einrichtungen des Trägers im ländlichen Raum ausgerollt werden.
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