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bestform-Kongress: Das Geheimnis für Fitness bis ins hohe Alter

Bewegung im Alter ist der Schlüssel: Das bestform-Programm verzögert Pflegebedürftigkeit und steigert die Lebensqualität älterer Menschen. Aktuelle Studienergebnisse machen Mut.

bestform-Kongress
Das Team der bestform-Studie hat in München weitere mutmachende Ergebnisse präsentiert. Foto: Jannik Abelt

Am 11. Oktober fand der bestform-Kongress der Klinik für Präventive Sportmedizin und Sportkardiologie der Technischen Universität München (TUM) statt. Experten aus Geriatrie, Sportmedizin und Sportwissenschaft diskutierten, wie körperliches Training die Lebensqualität älterer Menschen verbessern und Pflegebedürftigkeit hinauszögern kann.

„Wir wissen heute, was wir tun müssen, um bis ins hohe Alter fit zu bleiben“, erklärte Dr. Stefan Arend vom Institut für Sozialmanagement und Neue Wohnformen. Das multimodale Trainingsprogramm bestform setzt gezielt auf Kraft-, Koordinations- und Ausdauertraining, angepasst an die Bedürfnisse älterer Menschen in Senioreneinrichtungen. Ziel ist der Erhalt von Mobilität und Selbstständigkeit.

Studien belegen den Erfolg des Programms

Die bisherigen wissenschaftlichen Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Zunächst wurde 2018/19 in einer Pilotstudie in zwei Senioreneinrichtungen die Machbarkeit eines solchen gerätegestützten Trainings untersucht. Der Erfolg war beeindruckend. „42 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner nehmen bis heute regelmäßig teil“, berichtet Stiftsdirektorin Lisa Brandl-Thür, die das Programm seit der Pilotphase im KWA Stift Rupertihof begleitet. In einer anschließenden cluster-randomisierten Studie („RTC“) wurden 21 Einrichtungen mit 400 Teilnehmern einbezogen, um die Wirksamkeit des Programms wissenschaftlich zu überprüfen. Prof. Dr. Martin Halle vom Institut für Präventive Sportmedizin: „Um ein gelingendes Altern zu ermöglichen und dramatisch steigende Pflegekosten einzusparen, sind innovative Ansätze unbedingt erforderlich.“

Das bestform-Programm bietet ein erprobtes Konzept, das nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl fördert. „Es geht darum, dem körperlichen Abbau vorzubeugen“, betont Nina Schaller, wissenschaftliche Leiterin der Studie. Körperliches Training geht auch mit Demenzprävention einher. „Wer seinem Herzen etwas Gutes tut, tut auch seinem Gehirn etwas Gutes“, erklärte Prof. Dr. Christine von Arnim von der Universitätsmedizin Göttingen.

Bewegung ist der Schlüssel zum gesunden Altern

Prof. Dr. Monika Siegrist von der Technischen Universität München betonte, dass gerätegestütztes Training besonders effektiv sei, um Stürzen vorzubeugen und die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. Studien zeigen, dass bis zu 92 Prozent der Pflegeheimbewohner überwiegend inaktiv sind. „Genau hier setzt unser Programm an, um körperliche Einschränkungen zu reduzieren und das Wohlbefinden zu steigern“, so Siegrist. Der Heidelberger Geriater Prof. Jürgen Bauer warnte: „Schon eine reduzierte Schrittzahl über 14 Tage führt zu einem signifikanten Leistungsabfall.“ Das zeigt, wie wichtig es ist, auch im Alter aktiv zu bleiben. Bewegung ist der Schlüssel zu einem gesunden und würdevollen Altern.

Der bestform-Kongress hat eindrucksvoll gezeigt, dass regelmäßiges körperliches Training weit mehr als eine Gesundheitsmaßnahme ist – es ist ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Altenpflege. Dr. Stefan Arend brachte es auf den Punkt: „Wir können unser Alter gestalten, wenn wir wollen“. Die Ergebnisse der RTC-Studie sind vielversprechend und werden in Kürze veröffentlicht.

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