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Bezahlung in der Pflege: Längst viel besser als ihr Ruf

Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse einer Studie zur Bezahlung im sozialen Sektor schlagen Wellen. Doch für die Pflege trifft das nicht mehr zu.

Wie der GKV-Spitzenverband im November 2023 mitteilte, waren die Löhne in der Altenpflege im Vergleich zum Jahr 2022 um durchschnittlich zwei Prozent gestiegen. Foto: AdobeStock/StockfotosMG

Beschäftigte im sozialen Sektor in Deutschland verdienen laut einer neuen Studie durchschnittlich 17 Prozent weniger als Beschäftigte in anderen Sektoren. Das geht aus der Erhebung „Vor dem Kollaps? Beschäftigung im sozialen Sektor“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Deutschen Roten Kreuzes hervor, die kürzlich vorgestellt wurde. Die Forscherinnen und Forscher nennen diese Lohnlücke „Care Pay Gap“. „Plakativ formuliert werden Vollzeittätigkeiten im sozialen Sektor monetär geringer wertgeschätzt als in anderen Branchen“, so die Studienautoren. „Neben Nachteilen bei den Arbeitszeiten zeigen sich im sozialen Sektor nach wie vor deutliche Unterschiede in der durchschnittlichen Bezahlung gegenüber der übrigen Wirtschaft“, heißt es in der Studie. Die meisten Beschäftigten des sozialen Sektors arbeiten in der Kinderbetreuung und -erziehung, gefolgt von der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und der Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Sonderpädagogik.

Die Zahlen stammen allerdings aus dem Jahr 2021. Spätestens seit in der Altenpflege ab dem 1. September 2022 nach Tarif bezahlt werden muss, verdienen die Beschäftigten dort mehr.

Steigende Durchschnittslöhne

Laut Entgeltatlas 2022 der Bundesagentur für Arbeit (siehe Grafik) beträgt das Medianentgelt für den Beruf „Pflegefachmann/-frau (Altenpflege)“ in der Berufsgattung „Berufe in der Altenpflege (ohne Spezialisierung) – fachlich ausgerichtete Tätigkeiten“ 3.611 Euro. Das untere Quantil liegt demnach bei 3.219 Euro und das obere Quantil beträgt 4.037 Euro. Wie der GKV-Spitzenverband im November 2023 mitteilte, waren die Löhne in der Altenpflege im Vergleich zum Jahr 2022 um durchschnittlich zwei Prozent gestiegen. Der Durchschnittslohn für eine Pflegefachkraft lag zu diesem Zeitpunkt demnach bei 23,75 Euro pro Stunde. Pflegeassistenzkräfte mit einer mindestens einjährigen Ausbildung erhalten im Durchschnitt 19,53 Euro pro Stunde, Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung im Schnitt 17,53 Euro.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) reagierte umgehend auf die Veröffentlichung. In seiner Stellungnahme verweist der Verband auf deutliche Lohnsteigerungen in der Pflege und kritisiert die Studie von IAB und DRK mit Werten aus dem Jahr 2021. „Hier wird mit Uraltzahlen die Pflege schlechtgeschrieben“, sagt bpa-Präsident Bernd Meurer. „Heute kratzen die Einstiegsgehälter der Pflegehilfskräfte schon an der 3.000 Euro-Marke und die meisten Pflegefachkräfte haben die monatlichen 4.000 Euro längst übersprungen, denn die Gehaltsentwicklung kennt angesichts kräftiger Tarifsteigerungen kein Ende. Gut so. Denn Pflegekräfte sind hochqualifiziert und wichtige Stützen des gesellschaftlichen Zusammenlebens“, so Meurer weiter. (ck/dpa)