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Gut versorgt und selbstbestimmt

Die Ausstellenden im Bereich Pflege & Therapie decken den Kern ab, der gute Pflege ausmacht: das Wohl der pflegebedürftigen Menschen. Lassen Sie sich auf der Leitmesse ALTENPFEGE vom 23. bis 25. April in Essen von den neuesten Produkten und Services inspirieren, beispielsweise im Bereich Kontinenzerhalt.

bunte Trinkhilfen
Damit Bewohner:innen mit Kontinenzproblemen dennoch genug trinken: Blasentrainings sind eine Option sowie einfache Übungen, die die Beckenbodenmuskulatur stärken. Foto: ALTENPFLEGE Messe/Florian Arp

Gut versorgt und selbstbestimmt: Der aktuelle Pflegebedürftigkeitsbegriff stellt bei der Harnkontinenz und der Bewältigung von Inkontinenzfolgen die Selbstständigkeit der zu pflegenden Person in den Vordergrund. Pflegefachpersonen sind daher gefordert, Maßnahmen zur Förderung der Selbstständigkeit gezielt in den Blick zu nehmen und mit der betroffenen Person abzustimmen. Sie schätzen die Selbständigkeit mit Hilfe des Begutachtungsinstruments bezogen auf den Toilettengang und auf den Umgang mit Hilfsmitteln ein. Der Medizinische Dienst überprüft dann auf der Basis des Expertenstandards, ob das Pflegeteam die Kontinenzsituation richtig eingeschätzt, geeignete Maßnahmen ergriffen und erforderliche Hilfsmittel fachgerecht eingesetzt hat.

Viele Faktoren beeinflussen die Kontinenz

„Wichtig ist, sich dabei vor Augen zu führen, dass Kontinenz oder eine drohende Inkontinenz ein multifaktorielles Geschehen ist und deshalb Wirkungen in Beziehung zu setzen sind“, weiß Heike Jurgschat-Geer. So spielt gemäß der Pflegeberaterin die Trinkmenge nicht nur wegen des Dehydrationsrisikos eine Rolle. Sie sei auch mit Blick auf den Erhalt der Kontinenz ins Auge zu fassen. Das Gewicht und dessen Verlauf seien nicht nur eine Frage der Mangelernährung. Ebenso könne starkes Übergewicht Auswirkungen auf die Kontinenz haben. „Auch eine Obstipation kann sich auf die Harnkontinenz auswirken“, so Jurgschat-Geer. Zudem sei es sinnvoll, die Vertragsapotheke beratend hinzuziehen zu den Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten auf die Kontinenz und mit dem Arzt die Medikation differenziert zu besprechen.

Mit präventiven Pflegemaßnahmen Inkontinenz begegnen

Gerade wenn noch kein unwillkürlicher Harnverlust vorliegt, kommt der Prävention eine wichtige Rolle in der pflegerischen Versorgung zu. Pflegende sollten Maßnahmen, um die Selbstständigkeit und Kontinenz zu erhalten, mit der zu pflegenden Person besprechen und abhängig von deren Präferenzen planen. Beratungsinhalte beziehen sich zunächst auf identifizierte Risikofaktoren und wie sich das Risiko der Inkontinenz verringern lässt. In Schulungen wird möglicherweise die Nutzung eines Miktionsprotokolls oder die Umsetzung eines Blasentrainings geübt. Auch einfache Übungen, die die Beckenbodenmuskulatur stärken, können geschult werden.

Auf Dauerkatheter möglichst verzichten

Harnblasenkatheter erfordern eine strenge Indikationsstellung und müssen laut Siegfried Huhn von einem Arzt angeordnet werden. Dieser legt sowohl die Form und Vorgehensweise als auch den zu verwendenden Katheter fest. „Liegt kein Notfall mit dringendem Handlungsbedarf vor, ist die Einwilligung der betroffenen Person oder eines autorisierten Vertreters erforderlich“, so der Gesundheitswissenschaftler und langjährige Pflegeberater. Das Legen des Katheters kann an geschulte Pflegefachpersonen delegiert werden. Inkontinenz allein stellt aus fachlicher Sicht keine Indikation für eine künstliche Harnableitung dar. Eine Harnableitung ist in dem Fall unbedingt zu vermeiden. Auch diagnostisches Katheterisieren, etwa zur Keimbestimmung bei Infektionen oder zur Restharnbestimmung, sind laut Huhn möglichst zu unterlassen, weil inzwischen weniger belastende Verfahren durchgeführt werden können.

Das größte Problem bei einem Katheter sieht der Experte in der Keimverschleppung: „Die Harnröhre selbst ist immer von Keimen besiedelt, die jedoch mit dem Urinfluss regelmäßig ausgespült werden. Diese natürliche Spülung fällt bei einer Dauerableitung weg. Deshalb können die Keime ungehindert über die Harnröhre einwandern und einen Harnwegsinfekt auslösen.“ Deshalb müsse die transurethrale Versorgung, bei der der Katheter durch die Harnröhre in die Blase eingeführt wird, äußerst kritisch abgewogen werden und der Katheter schnellstens wieder entfernt oder durch eine andere Vorgehensweise ersetzt werden. „Vom Fachhandel werden jedoch auch antibakteriell beschichtete Blasenkatheter angeboten, die der Keimbesiedelung entgegenwirken können“, so Huhn.

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Lust auf mehr fachlichen Input?

Dann können wir Euch zwei Seminare der Vincentz-Akademie mit Schwerpunkt Soziale Betreuung besonders ans Herz legen.

Seminar 3: Fachlich kompetent und anforderungsgerecht in der Aktivierungspraxis – mit Bettina Greb Kohlstedt

Hier geht es um das Qualitätsmanagement sozialer Betreuungsangebote: Welche Anforderungen an eine „gute Pflege“ kann die soziale Betreuung übernehmen? Wie werden Aktivierungsangebote gestaltet und wo sind sie in der Dokumentation zu finden? Dieses Seminar erläutert mit starkem Praxisbezug und beispielhaft, wie Aktivierungsangebote risikogruppengerecht, biografisch und fachgerecht umgesetzt werden können.
https://www.vincentz-akademie.de/kursuebersicht/seminar-3/
13.03.24 in Essen
08.05.24 in Leipzig
16.04.24 via Zoom

Seminar 4: Konflikte mit Menschen mit Demenz kreativ deeskalieren – mit Dr. Phil. Svenja Sachweh

Euch erwartet Input aus der Praxis für die Praxis: Konflikte mit Demenz-Betroffenen sind zwar oft der Krankheit, aber auch unserem Verhalten geschuldet. Einige davon kann man demenzgerecht deeskalieren und andere sogar ganz vermeiden – nämlich wenn man weiß, wie Menschen mit Demenz kommunikativ gesehen „ticken“. In diesem Kurs reflektieren die Teilnehmenden ihr verbales und nonverbales Verhalten: Was ist gut gemeint, was gut gemacht? Weil diese uns oft besser helfen als Lehrbücher, dienen uns dabei erprobte, spielerische Lösungswege aus der Praxis als Vorbilder.
https://www.vincentz-akademie.de/kursuebersicht/seminar-4/
12.03.24 in Essen