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Pepper motiviert zur Morgengymnastik

Den menschenähnlich aussehenden Roboter Pepper hat schon so manches Unternehmen als Marketing-Gag präsentiert – und dann wieder in die Ecke gestellt. Doch in einer unterfränkischen Pflegeeinrichtung gehört Pepper inzwischen fest zum Team.

Roboter Pepper
"Dass Roboter in der Pflege im Routineeinsatz sind, ist noch die Ausnahme", sagt Patrick Jahn, Professor für Versorgungsforschung an der Universität Halle. Das Entlastungspotenzial sei zudem gering. Foto: Werner Krüper

Die Caritasstation im Erlenbach am Main (Landkreis Miltenberg) setzt Pepper seit drei Jahren in der Tagespflege an. «Am Anfang war die Skepsis groß», sagt Pflegedienstleiterin Nicole Strehl-Abt. Viele hätten „so ein neumodisches Zeug“ nicht gewollt. Doch die meisten hätten sich eines Besseren belehren lassen. Jetzt ist Pepper fast jeden Tag im Einsatz. Muslimische Tagespflegegäste erinnert Pepper ans Gebet. Kommen pflegebedürftige Personen, die kein Deutsch sprechen, wird er als Übersetzer programmiert.

Die Leiter und Leiterinnen der Erlenbacher Pflegeeinrichtung waren nach ihren Erfahrungen mit Pepper so begeistert, dass sie weitere Roboter angeschafft haben. Inzwischen wird das Pflegepersonal durch ein richtiges Roboterteam unterstützt. Dazu gehört Jamie, der wie ein rollendes Tablet auf seinem Bildschirm Spiele, Videotelefonate oder Kulleraugen anzeigen kann. Und Yanny, ein sogenannter Begleitroboter. Er fragt, wie man geschlafen hat, erinnert an Trinken und Zähneputzen und lässt sich mit Smarthome-Anwendungen kombinieren.

Roboter und Mitarbeitende arbeiten Hand in Hand

Die Roboter brauchen in der Regel noch einen Menschen an ihrer Seite. Beispielsweise könnte Pepper die Zeitung vorlesen. „Aber auswählen, welche Artikel für unsere Gäste relevant sind, das wird schwierig“, sagt Pflegedienstleiterin Strehl-Abt. Auch bei der Gymnastik arbeiten Pepper und eine Pflegekraft im Team. Denn Pepper kann keine Beinbewegungen vormachen. Als eine Teilnehmerin einen Witz macht und alle lachen, merkt Pepper das nicht. Er zieht sein Programm einfach weiter durch.

Doch die Tagespflege in Erlenbach setzt weiterhin auf die Roboter. „Pepper ist für viele ein großer Anreiz mitzumachen und daher an vielen Tagen ein Hauptbestandteil in der Betreuung“, sagt Strehl-Abt. Das Pflegepersonal sei wichtig, damit die Gäste die Roboter annehmen. „Es hängt viel davon ab, wie wir die Möglichkeiten der Roboter rüberbringen“, meint die Pflegedienstleiterin. (dpa/apa)

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