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„Betreuungsassistenzen sind das i-Tüpfelchen im Pflegealltag“

Am Betreuungsschlüssel 1:20 für zusätzliche Betreuungskräfte ändert die neue Personalbemessung nichts. Dennoch bleibt die Frage offen, welchen Platz Betreuungsarbeit in diesem Personalgefüge künftig einnehmen wird. „Den Einrichtungen bleibt zu hoffen, dass in der Betreuung ausreichend Stellen geschaffen und erhalten werden“, meint Stefan Gutensohn, Fachautor Demenz und Altenpflegefachkraft in seinem Kommentar. Denn ohne sie wäre das Leben im Pflegeheim deutlich weniger lebenswert.

Nähe zwischen Betreuerin und Bewohnerin
Betreuungsassitentinnen fungieren oftmals als Seelentrösterinnen. Foto: Werner Krüper

Sie sind überall dort, wo gerade Leben stattfindet, wo Lebendigkeit in fantasievollen Facetten spürbar wird. Es ist oft die einzige angenehme Erholungsphase, die den Bewohnerinnen und Bewohnern im Tagesgeschehen bleibt. Denn der Tagesablauf ist ansonsten durchgehend von Pflichtübungen geprägt – beginnend bei der Grundpflege, beim Ankleiden oder auf dem Weg zur Toilette. Die sozialpflegerischen Kurzkontakte am Tag gestalten sich oft mühselig. Doch dann kommt die Kür des Pflichtprogramms: Aktivierungszeit mit den Betreuungsassistenzen. Und dann geht alles ohne Zwang, ohne Zeitdruck. Selbstständigkeit kann wieder erlebt werden, zum Beispiel beim gemeinsamen Luftballonspiel mit den anderen im Kreis.

Die Mitarbeitenden, die für die Kür verantwortlich sind, lassen sich so einiges Fantasievolles einfallen, um denjenigen, die am Lebensabend stehen, Freude und Selbstwert zu vermitteln. Sie sind die Kompetenzvermittler für die Altgewordenen.

Was Betreuung leistet: Menschen ins Gleichgewicht bringen

Assistenzkräfte sind das i-Tüpfelchen im Pflegealltag. Sie nicht unter solch starkem Bewältigungsdruck wie die Kolleginnen und Kollegen aus der Pflege bei der Morgentoilette. Und das ist gut so. Denn sie haben die Aufgabe, die Gemüter der Menschen wieder ins Gleichgewicht zu bringen, vergleichbar mit einer emotionalen Waage, die immer wieder zur Seelenmitte pendeln soll. Ohne sie würden ein Großteil der alten Menschen einsamer werden. Auch die kognitive Leistung würde abnehmen. Was hätten die Menschen dann noch von ihrem Alltag im Pflegeheim den Angehörigen zu berichten, außer vom gut gekochten Essen und der liebevollen Grundpflege morgens und abends.

Stattdessen heißt es vielleicht: „Wir haben Bingo gespielt, wir haben den Vögeln gemeinsam beim Gesang im Garten gelauscht und geraten, welche Gattung es sein könnte. Dann haben wir die Aromatherapie mit bekannten Düften von früher erlebt, und Streicheleinheiten beim Berühren mit den Ölen am Körper genossen.“

Betreuungsassistenzen sind Garant für Wohlbefinden

Ja, es sind sehr seltene Erlebnisse. Aber es gibt sie. Die Betreuungsassistenzen sind ein Garant für Entspannung und Wohlbefinden. Sie schaffen Gelegenheiten, auch mal aufgestauten Seelenballast loszulassen – mit viel Geduld und immer neuen Ideen im Kasten. Der Stellenwert und die Bedeutsamkeit dieser überaus wichtigen Begleitung und Anregung ist längst elementarer Bestandteil im gesamten Pflegegefüge.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der sukzessiven Umsetzung der neuen Personalbemessung in den Einrichtungen bleibt zu hoffen, dass in der Betreuung ausreichend Stellen geschaffen und erhalten werden. Denn auch sie werden gebraucht. Denn was ist schon eine Stunde Freizeit in einem langen Alltag mit oft als mühselig erlebten Zeiten. Dann bliebe nur das Einschlafen vor dem Fernseher, weil lebenswichtige Zeit verloren ginge aufgrund eines schlecht definierten Planungsschlüssels. (Stefan Gutensohn)

Stefan Gutensohn

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