Biografiearbeit
Wie ein guter Biografiebogen Betreuung verbessert
Der Einzug ins Pflegeheim ist ein tiefgreifender Übergang. Ein neuer Biografiebogen im Seniorenheim Stiftungshof macht individuelle Lebensgeschichten sichtbar und ermöglicht personenzentrierte Betreuung.
Der Einzug in eine stationäre Altenpflegeeinrichtung stellt für viele Bewohner:innen einen tiefgreifenden Übergang dar. Um in dieser sensiblen Phase eine bedarfsgerechte und personenzentrierte Betreuung zu ermöglichen, ist es wichtig, individuelle Lebensgeschichten, Erfahrungen und Bedürfnisse systematisch zu erfassen. „Den Menschen hinter dem Pflegegrad kennenzulernen“, so beschreibt Svenja Kischkat diesen Anspruch. Vor diesem Hintergrund entstand im Seniorenheim Stiftungshof im Haubenwasen der Projektvorschlag zur Entwicklung eines neuen Biografiebogens. Maria Metzger stellt das Projekt in der aktuellen Ausgabe von Aktivieren (4/2026) vor.
Erweiterter personenzentrierter Ansatz
Entworfen wurde der Biografiebogen im Rahmen einer Seminararbeit von einer Studentin des Studiengangs Gesundheitsmanagement. Fachlich begleitet wurde das Projekt von Svenja Kischkat, Qualitätsbeauftragte des Stiftungshofs. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass bisherige Biografieerhebungen häufig auf reine Lebensdaten beschränkt waren und dem individuellen Lebensweg sowie emotionalen Aspekten nur wenig Raum boten. Der neue Biografiebogen verfolgt einen erweiterten Ansatz. Ziel ist es, den „roten Faden“ im Leben der Bewohner:innen sichtbar zu machen. Neben klassischen Angaben werden bedeutende Lebensereignisse, Beziehungen, Verluste, Erfolge und persönliche Wendepunkte berücksichtigt. Emotionale Erfahrungen – positive wie belastende – finden bewusst Platz, um Verhalten, Bedürfnisse und Reaktionen besser einordnen zu können.
Vorlieben und Wünsche im Mittelpunkt
Besonderer Wert wird auf die klare Hervorhebung von Vorlieben, Abneigungen sowie potenziell belastenden oder traumatischen Erfahrungen gelegt. Ein zentrales Gestaltungsmerkmal ist die praxisnahe Anwendbarkeit. Der übersichtliche Aufbau ermöglicht eine gute Nutzbarkeit sowohl für Bewohner:innen als auch für Mitarbeitende mit Sprachbarrieren. Der Wechsel zwischen strukturierten Ankreuzfragen und offenen Antwortmöglichkeiten erlaubt eine flexible Handhabung. Der Biografiebogen wird in den ersten Wochen nach der Neuaufnahme gemeinsam mit den Bewohner:innen und Angehörigen ausgefüllt. Er ist nicht als statisches Dokument gedacht, sondern als lebendiges Instrument, das regelmäßig ergänzt und überprüft wird.
Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Aktivieren. Weitere Ideen für biografische Angebote finden Sie in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus.
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Tipp: Wie Sie Qualität sichern, auch in der Sozialen Betreuung, ist Thema des „Fernlehrgang Qualitätsmanagement“ der Vincentz Akademie ab dem 19.10.2026.
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