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Qualitätsstandards für Seniorenbetreuung: AWO-Expertin im Porträt
Als zentrale Ansprechpartnerin für 19 stationäre Einrichtungen der AWO Weser-Ems entwickelt Anja Härtel Konzepte, schult Teams und sorgt dafür, dass der Betreuungsbereich fachlich anerkannt wird. Die Ergotherapeutin mit Managementerfahrung hat eine Stelle geschaffen, die es so kaum ein zweites Mal gibt.
Eine Pionierin für die Betreuungsqualität
„Ich habe genau die Stelle gefunden, die alles vereint, was ich bis dahin gemacht habe.“ Mit strahlenden Augen erzählt Anja Härtel, wie sie vor mehr als zehn Jahren zur AWO kam. Als zentrale Ansprechpartnerin für 19 stationäre Einrichtungen in der Region Weser-Ems hat sie eine Position inne, die es in dieser Form kaum ein zweites Mal gibt.
Die Fachzeitschrift Aktivieren porträtiert die engagierte Referentin für Betreuung und Ergotherapie, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Qualitätsstandards zu entwickeln und den Betreuungsbereich als gleichwertigen Partner neben Pflege und Hauswirtschaft zu etablieren. Sie entwickelt Konzepte, schult Teams, begleitet die Koordinator:innen der Betreuung und sorgt für fachlichen Austausch zwischen den Einrichtungen.
„Wenn ich mit einem Bewohner etwas mache, zum Beispiel Validation, und die Mitarbeiter mir dabei zusehen, dann sagen sie hinterher oft, dass sie Gänsehaut gekriegt haben, weil sie den Bewohner so noch nie erlebt haben“, berichtet Härtel über besonders berührende Momente ihrer Arbeit. Diese Aha-Erlebnisse zu schaffen und neue Möglichkeiten aufzuzeigen, ist ein zentraler Teil ihrer Mission.
Von selbstgemalten Memories zur Managerin
Der Weg zur heutigen Position war für die Ostfriesin nicht geradlinig. Nach ihrer Ausbildung zur Ergotherapeutin arbeitete sie zunächst in der Geriatrie und Gerontopsychiatrie, war Lehrkraft an einer Fachschule und absolvierte ihr Diplom zur Ergotherapeutin mit Schwerpunkt Management – all das während sie vier kleine Kinder großzog. „Ich habe bis tief in die Nacht gelernt“, erinnert sie sich.
Schon früh erkannte sie den Mangel an geeigneten Materialien für die Seniorenarbeit und wurde selbst aktiv: „Ich habe meine Memories noch selbst gemalt.“ Dieser Pioniergeist und der Wille zur Verbesserung prägen ihre Arbeit bis heute. Als sie die Stellenausschreibung für ihre jetzige Position entdeckte, wusste sie sofort: „Das ist meine Aufgabe.“
Zwischen Rudergerät und Pferdestall
Ihr Arbeitstag beginnt früh mit einer Trainingseinheit auf dem Rudergerät: „Das gibt mir Kraft, Energie und innere Stabilität.“ Nachdem sie die drei Hunde und Pferde auf ihrem Bauernhof in Remels versorgt hat, genießt sie eine Tasse Ostfriesentee mit ihrem Mann, bevor sie zu den Einrichtungen aufbricht.
Dort ist sie als Problemlöserin gefragt – ob bei Schulungen oder bei herausforderndem Verhalten von Bewohner:innen. Nach langen Arbeitstagen sucht sie den Ausgleich in praktischer Arbeit: „Wenn mich dann zu Hause die Hunde begrüßen und ich noch etwas tun kann, bei dem ich nicht sprechen muss, ist das sehr schön.“ Dann arbeitet sie mit den Pferden, nutzt die Motorsense oder streicht Bauernhoftore. „Dann sehe ich, was ich geschafft habe und ich muss dabei nicht denken.“
Trotz ihrer Erfolge bleibt Härtel bescheiden: „Ich bin das nicht allein.“ Sie sieht ihren Beitrag als Teil eines Teams. Für die Zukunft der Seniorenbetreuung ist sie überzeugt: In einer Gemeinschaft braucht es Menschen, die immer wieder den Blick öffnen für das, was in der Betreuung möglich ist.
Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren. Ideen für Angebote in der Betreuung finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.
Kontakt zu Anja Härtel: AWO Bezirksverband Weser-Ems e.V., Geschäftsbereich Wohnen und Pflegen, anja.haertel@awo-ol.de
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