Angebotsplanung

Schulkooperation fördert soziale Kompetenzen

Seit einem Jahr arbeiten die Mittelschule Kümmersbruck und das benachbarte Antonius-Seniorenheim der AWO zusammen. Das Projekt fördert soziale Kompetenzen der Jugendlichen und bereichert gleichzeitig den Alltag der Bewohner:innen.

Schulkooperation
In Kümmersbruck arbeiten Jugendliche und Senioren Hand in Hand. Unterstützt werden sie dabei von Gabi Grüner-Kreillinger (stehend, 2. v. l.) und Helga Keck (stehend, 2. v. r.) Foto: Josef Popp/Mittelbayerische

Brücken zwischen Generationen bauen

„Warum trennen wir Alt und Jung so stark, wo beide Seiten so viel voneinander profitieren könnten?“ Diese Frage stellte sich Studienrätin Gabi Grüner-Kreillinger und initiierte daraufhin ein besonderes Kooperationsprojekt. Seit dem vergangenen Schuljahr besuchen Schüler:innen der 8. Klasse der Mittelschule Kümmersbruck (Landkreis Amberg-Sulzbach) regelmäßig das benachbarte Antonius-Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt. Die Begegnungen zwischen Jung und Alt haben sich mittlerweile zu einem festen Bestandteil des Schulalltags entwickelt.

Das Projekt verfolgt mehrere Ziele gleichzeitig: Es fördert die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen, ermöglicht ihnen direkte Einblicke in soziale Berufe und bereichert zugleich den Alltag der Seniorenheimbewohner:innen. Gerade in einer Zeit, in der die Generationen im Alltag oft getrennt voneinander leben, schafft diese Kooperation wertvolle Begegnungsräume.

Gemeinsames Adventsbasteln verbindet

Kurz vor der Adventszeit trafen sich die Schüler:innen und Senior:innen zum gemeinsamen Basteln von Adventskränzen. Die kreative Aktivität bot nicht nur Gelegenheit, handwerkliche Fähigkeiten zu teilen, sondern schuf auch einen natürlichen Raum für Gespräche über Bräuche und persönliche Erinnerungen. Unterstützt wurden die Jugendlichen dabei von Helga Keck vom Kolpingbildungswerk Amberg, die fachkundige Anleitung gab.

Die Freude am gemeinsamen Gestalten war bei allen Beteiligten deutlich spürbar. Während des Bastelns entstanden lebhafte Gespräche, es wurde gelacht, Geschichten wurden erzählt und neugierige Fragen gestellt. Die Adventskränze wurden so zu mehr als nur dekorativen Objekten, sondern sie verbinden Generationen.

Wertvolle Erfahrungen für beide Seiten

„Der Dienstag ist der schönste Tag in der Woche“ – mit diesen schlichten, aber eindrucksvollen Worten beschreibt eine Bewohnerin des Seniorenheims, wie wertvoll die regelmäßigen Treffen für sie sind. Für die Schüler:innen ist diese Rückmeldung eine wichtige Bestätigung, dass ihr Engagement gebraucht und geschätzt wird.

Die Schulgemeinschaft sieht in dem Projekt einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen. Durch die direkten Begegnungen mit älteren Menschen lernen die Schüler:innen Empathie, Geduld und Kommunikationsfähigkeiten in authentischen Situationen. Gleichzeitig erhalten sie Einblicke in soziale Berufsfelder, was für ihre berufliche Orientierung hilfreich sein kann.

Für die Bewohner:innen des Seniorenheims bedeuten die Besuche der Jugendlichen eine willkommene Abwechslung vom Alltag. Sie können ihre Lebenserfahrung weitergeben, fühlen sich wertgeschätzt und bleiben in Kontakt mit der jüngeren Generation. Die gemeinsamen Aktivitäten fördern zudem ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten.

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