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ALTENPFLEGE 2026: „Vorrang hat die Verbesserung und Stabilisierung der Arbeitsbedingungen“
Der BKSB – Bundesverband der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen e. V. vertritt über 400 Pflegeeinrichtungen und mehr als 34.000 Pflegeplätze in zwölf Bundesländern. Als Stimme der kommunalen Träger engagiert sich der Verband für Versorgungssicherheit, faire Rahmenbedingungen und eine gemeinwohlorientierte Pflegepolitik. Mit Veranstaltungen wie dem BKSB-Bundeskongress prägt er den Dialog zwischen Praxis, Politik und Trägern. Im Interview mit der Redaktion gibt der Verband einen Einblick, was Messebesuchende auf der ALTENPFLEGE 2026 vom 21. bis 23. April in Essen erwartet. Machen Sie sich selbst in Bild im Bereich Beruf & Bildung & Beratung (Halle 8).
Der BKSB ist mit Veranstaltungen und Diskussionsformaten aktiv präsent. Welche Themen möchten Sie auf der ALTENPFLEGE 2026 in den Mittelpunkt rücken?
Alexander Schraml: Zentrales Thema des BKSB ist die Rolle der Kommunen in der Altenhilfe. Diese muss bei Planung, Beratung und Betrieb von Altenhilfeeinrichtungen gestärkt werden. Weiteres dringendes Thema ist die wirtschaftliche Sicherung von Pflegeeinrichtungen, die insbesondere wegen schleppender Verhandlung von Pflegesatzverhandlungen und Zahlungsverzug bei Sozialhilfefällen gefährdet ist.
Angesichts des Personalmangels: Welche praktischen Wege sehen Sie, um Fachkräfte in kommunalen Einrichtungen zu gewinnen und dauerhaft zu binden?
Alexander Schraml: Vorrang hat die Verbesserung bzw. Stabilisierung der Arbeitsbedingungen. Der gesetzliche Auftrag, das Ausfallmanagement in die Rahmenverträge und Pflegesatzvereinbarungen aufzunehmen, muss baldmöglichst flächendeckend umgesetzt werden. Unterbunden werden muss zudem der Missstand der sog. Leiharbeit, die für starken Unmut beim Stammpersonal führt. Der Einsatz muss auf absolute Notfälle beschränkt werden.
Der BKSB setzt sich für eine starke kommunale Verantwortung in der Pflege ein. Welche Bedeutung hat Gemeinwohlorientierung heute für die Zukunftssicherung der stationären Altenpflege?
Alexander Schraml: Kommunale Träger, die in der Regel als gemeinnützig anerkannt sind, gewährleisten die nötige Versorgungssicherheit. Während private Träger – insbesondere solche, die von großen Ketten oder Konzernen gesteuert werden – bei Gewinneinbrüchen häufig schließen oder Insolvenz anmelden (müssen), stehen viele Kommunen zu ihren Einrichtungen auch in schwierigen Zeiten. Gewinne aus dem Betrieb der Pflegeeinrichtungen müssen dort verbleiben und dürfen nicht an Kapitaleigner ausgeschüttet werden.
In Ihren Stellungnahmen fordern Sie konkrete Reformschritte zur Pflegefinanzierung. Welche Erwartungen hat der BKSB an Politik und Kostenträger, damit Pflegeeinrichtungen wirtschaftlich stabil arbeiten können?
Alexander Schraml: Die Erwartungen sind angesichts der vorrangig diskutierten Finanzsituation der Pflegeversicherung sehr gering. Es geht offenbar nur um Einsparung für die öffentlichen Kassen und nicht um finanzielle Absicherung der Pflegeinrichtungen. Der Bundesgesetzgeber muss zu deren Gunsten Vorgaben machen, die nicht von den Pflegekassen und Sozialhilfeträger umgangen werden können. Das System der Selbstverwaltung führt hier häufig zu Blockaden, die Pflegeeinrichtungen schaden. Außerdem bedarf es dringend der Reform des WBVG, um die Interessen der Heim-Vertragspartner wieder in ein sinnvolles Gleichgewicht zu bringen.
Kommunale Einrichtungen stehen häufig für Innovation aus Verantwortung – von Quartiersprojekten bis Demenzversorgung. Wie fördert der BKSB den Austausch guter Praxis?
Alexander Schraml: Ein Schwerpunkt des BKSB ist der Erfahrungs- und Informationsaustausch. Online-Formate („BKSB-Debatte“, „BKSB-Umfragen“ und „BKSB-Info-Viko“) ermöglichen schnelle und ressourcenschonende Zusammenarbeit. Das Erfolgsprojekt „BKSB-Wissen“ ergänzt dies durch zahlreiche Fortbildungsangebote – ebenfalls online. Mit dem „BKSB-Kongress“ im Herbst und dem „BKSB-Sommertalk“ im Sommer in Berlin wird aber auch die Kollegialität in Präsenz gefördert.
https://www.altenpflege-messe.de
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