Angebotsplanung

Betreuungskonzept folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten

Im Seniorendomizil am Lönspark orientiert sich die Betreuung am natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten. Das Konzept richtet sich besonders an Menschen mit Sehbeeinträchtigung und Demenz und spricht gezielt alle Sinne an – für eine personenzentrierte Begleitung, die Sicherheit und Orientierung gibt.

Bewohnerin und Betreuerin Arm in Arm
Das Seniorendomizil Lönspark hat ein jahreszeitlich orientiertes Betreuungskonzept für Menschen mit Sehbehinderung und Demenz – mit Biografiebox und multisensorischen Erlebnissen durch alle Jahreszeiten. Foto: Andrea Richter

Personenzentrierter Ansatz mit Biografiebox

Das Betreuungskonzept des Seniorendomizils am Lönspark folgt dem natürlichen Jahreslauf und spricht alle Sinne an: optisch, akustisch, gustatorisch, olfaktorisch und haptisch. Besonders für Menschen mit Sehbeeinträchtigung und demenziellen Erkrankungen bietet dieser Ansatz wertvolle Orientierung. Der einzelne Mensch steht dabei stets im Mittelpunkt, gesundheitliche Einschränkungen werden nicht in den Fokus gestellt.

Ein zentrales Element ist die persönliche Biografiebox, die jeder Bewohner mit Demenz gemeinsam mit seiner Bezugspflegekraft gestaltet. Sie enthält individuell bedeutsame Gegenstände und begleitet die Bewohner:innen durch den Alltag. Die Box bietet nicht nur Sicherheit durch Vertrautes, sondern fördert auch soziale Teilhabe, wenn sie zu Gruppenaktivitäten mitgenommen wird. Andere Bewohner:innen kommen leichter ins Gespräch, emotionale Grundbedürfnisse werden erfüllt und innere Unruhe nimmt ab.

Frühling mit allen Sinnen erleben

Die jahreszeitliche Umsetzung zeigt sich besonders in der Farbgestaltung. Im Frühling dominieren frische Grüntöne. Für sehbeeinträchtigte Bewohner:innen bieten taktile Elemente wie ein ertastbares Bild einer Ballerina mit fühlbarem Schmetterlingstutu zeitliche Orientierung. Frühlingsblumen wie Tulpen, Narzissen und Hyazinthen sprechen Tast- und Geruchssinn an und wecken bei Menschen mit Demenz tief verankerte Erinnerungen.

Die jährliche Kräuterwoche verbindet verschiedene Sinneserfahrungen: Beim gemeinsamen Marktbesuch werden Kräuter eingekauft, deren Geruch, Geschmack und Beschaffenheit dann erkundet werden. Bei der Verarbeitung erleben die Bewohner:innen soziales Miteinander und Teilhabe am Alltagsleben. Auch musikalisch wird der Frühling erlebbar – etwa durch Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ oder das Lied „Tulpen aus Amsterdam“ beim morgendlichen Wecken.

Herbst und Winter als Zeit der Gemeinschaft

Die Herbstzeit bietet besondere Herausforderungen für Menschen mit Sehbeeinträchtigung. Die Einrichtung nutzt diese kreativ: Feuchtes Laub und kleine Äste auf den Gartenwegen werden zum natürlichen Gleichgewichtstraining und zur Sturzprophylaxe. Ein durchgängiger Handlauf ermöglicht selbstständige Spaziergänge.

Ein Highlight ist die jährliche „Oktobersause“, die jahreszeitliches Fest mit individueller Ressourcenförderung verbindet. Im Speisesaal herrscht zünftige Atmosphäre mit bayerischen Spezialitäten, während der Außenbereich zur Festwiese mit Mitmachaktionen wird – vom Dosenwerfen bis zum Entenangeln. Bewohner:innen können mit Angehörigen im Team antreten und kleine Preise gewinnen.

Die Adventszeit beginnt mit einem Bastelnachmittag für Adventskränze, und der Winterball zum Jahresende bildet einen besonderen Höhepunkt. Die winterliche Dekoration mit weißen Zweigen und Kristallanhängern ist auch für sehbeeinträchtigte Bewohner:innen ertastbar. Ein projizierter Sternenhimmel und von der Decke hängende türkisblaue Schneeflocken werden verbal beschrieben. Bei winterlichen Klängen kann jeder Bewohner tanzen – unabhängig von körperlichen oder mentalen Einschränkungen.

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren. Weitere Ideen für saisonale Angebote finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.

Passend, um bald in den Frühling zu startenPflanzen, ernten und genießen