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Aufmerksamkeit für die Wechseljahre wächst – doch nicht jede Zahl trägt
Die Menopause hat sich vom Tabu- zum Trendthema entwickelt repräsentative hkk/forsa-Erhebung liefert differenzierte Zahlen und relativiert Belastungszahlen. Entgegen alarmierender Umfragen zeigt die Studie: Wechseljahresbeschwerden beeinträchtigen Frauen im Berufsleben weniger stark als bisher angenommen. In Altenpflegeinrichtungen arbeiten besonders viele Frauen zwischen 40 und 65 Jahren, auf die die Erhebung abzielt.
Wechseljahre: Zwischen Tabu und Überbetonung
Die Wechseljahre haben in den letzten Jahren verstärkt Aufmerksamkeit erhalten und werden zunehmend auch in Unternehmen thematisiert. Programme, Coachings und Awareness-Kampagnen basieren häufig auf alarmierenden Zahlen zu Arbeitsausfällen und Frühverrentungen. Eine Online-Umfrage aus dem Jahr 2023 unter berufstätigen Frauen lieferte dramatische Ergebnisse: Fast ein Fünftel der Befragten über 55 Jahre gab an, wegen der Wechseljahre früher in Rente gehen zu wollen, und fast ein Viertel hatte bereits die Arbeitszeit reduziert.
Bei genauerer Betrachtung zeige sich laut einer Pressemeldung der hkk jedoch, dass diese Erhebung im Rahmen des Meno-Support-Projekts des Instituts für angewandte Forschung in Berlin wissenschaftlichen Standards nicht entspeiche. Die Teilnehmerinnen wurden über Aushänge in Arztpraxen oder Social-Media-Aufrufe rekrutiert – ein Verfahren, das vor allem Frauen mit stärkeren Beschwerden anspricht und somit die Ergebnisse verzerrt.
Repräsentative Daten zeichnen anderes Bild
Die forsa Gesellschaft für Sozialforschung führte im Auftrag der hkk Krankenkasse eine repräsentative Befragung zum Thema „Gesundheit, Beruf, Familie: Wie erleben Frauen die Wechseljahre?“ durch. Die Ergebnisse unterscheiden sich deutlich: Nur fünf Prozent der befragten Frauen ließen sich wegen Wechseljahresbeschwerden krankschreiben – nicht 29 Prozent wie in der nicht-repräsentativen Umfrage.
37 Prozent der Frauen empfanden im Berufsalltag eine erhöhte Stressbelastung, und 31 Prozent konnten sich weniger gut konzentrieren. Diese Zahlen liegen erheblich unter den in der MenoSupport-Umfrage ermittelten Werten von 73,8 und 74,3 Prozent. „Unsere Befragungsergebnisse sind repräsentativ für Arbeitnehmerinnen zwischen 40 und 65 Jahren“, betont Anna Nymbach, Gesundheitswissenschaftlerin und Projektleiterin der Studie.
Differenzierte Unterstützung statt Pauschalprogramme
Auch bei der Frage nach Unterstützungsangeboten zeigen sich laut kkh Unterschiede. In der forsa-Studie hielten 30 Prozent der Befragten eine Sensibilisierung von Führungskräften für sinnvoll – in der nicht repräsentativen Befragung waren es mehr als doppelt so viele.
„Es ist höchste Zeit, dass Frauengesundheit und die Wechseljahre die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen – auch in der Betrieblichen Gesundheitsförderung“, betont die hkk-Präventionsexpertin Dr. Wiebke Hüber. Sie weist jedoch darauf hin, dass Wechseljahre Frauen unterschiedlich betreffen: „Ein Drittel leidet stark, ein Drittel mäßig, ein Drittel kaum. Darauf sollten Arbeitgeber mit Augenmaß reagieren – nicht mit Pauschalprogrammen.“
Anstatt alle Frauen dieser Altersgruppe pauschal als besonders belastet einzustufen, empfiehlt sie zunächst eine Bedarfsanalyse, auf deren Grundlage passgenaue Angebote entwickelt werden können. Für eine bessere Unterstützung von Frauen in den Wechseljahren sind mehr medizinische Forschung, mehr Aus- und Weiterbildung sowie mehr Prävention und Aufklärung notwendig – basierend auf validen Daten.
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