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Irisches Sommerfest: Haus Stephanus setzt auf kulturelle Teilhabe

Mit irischer Musik, durchdachter Vorbereitung und einem Fokus auf echte Teilhabe gestaltete das Haus Stephanus ein Sommerfest, das Bewohner:innen aller Generationen emotional ansprach und bleibende Eindrücke hinterließ.

Musiker und betreute Bewohnerin im Rollstuhl
Irland trifft Alsfeld: Musiker Petr Simandl begeistert mit Stimme, Gitarre und Loop-Technik die Gäste des Sommerfests im Haus Stephanus Foto: Minh Luis/GFDE-Gruppe

Das Haus Stephanus in Alsfeld beschritt bei seinem Sommerfest am 6. August neue Wege in der sozialen Betreuung. Statt auf ein konventionelles Unterhaltungsprogramm zu setzen, rückte die Einrichtung die irische Kultur in den Mittelpunkt. Betreuungsdienstleiterin Minh Luis betonte: „Wir wollten bewusst einen Kontrapunkt zum Gewohnten setzen. Es geht darum, sich zu trauen, Neues zuzulassen.“

Irische Klänge als emotionale Brücke

Im Zentrum des musikalischen Programms stand der Auftritt von Petr Simandl. Mit Gitarre, Gesang und Loop-Technik verwandelte er den Multifunktionsraum in eine irische Klanglandschaft. Bekannte Lieder wie „Molly Malone“, „Whiskey in the Jar“ und „Dirty Old Town“ sprachen besonders Bewohner:innen der Babyboomer- und X-Generation an. „Gerade ältere Menschen spüren die Kraft dieser Klänge. Man muss sie nicht verstehen – man muss sie fühlen“, erklärte Simandl. Diese Einschätzung bestätigte sich in zahlreichen Momenten echter Teilhabe.

Spontane Reaktionen zeigen gelungene Inklusion

Das Fest bot Beispiele für gelungene soziale Teilhabe: Ein Bewohner äußerte den Wunsch mitzusingen, trotz sprachlicher Barrieren. Eine Frau im Rollstuhl bestand darauf, länger als geplant zu bleiben. Selbst Menschen mit fortgeschrittener Demenz reagierten spontan mit Klatschen und Bewegungen zur Musik.

„Es geht nicht um Perfektion, sondern um Präsenz und das Zulassen echter Emotion“, unterstrich Luis. Angehörige unterstützten diesen Ansatz, indem sie die Reaktionen ihrer Familienmitglieder begleiteten, ohne zu korrigieren.

Professionelle Vorbereitung als Fundament

Der Nachmittag basierte auf sorgfältiger Planung. Wochen zuvor hatte das Betreuungsteam thematische Einheiten durchgeführt, darunter virtuelle Reisen nach Irland. „Wir gestalten Räume für Erinnerungen, für Geschichten, für gemeinsames Erleben“, erläuterte Luis das Konzept.

Den Abschluss bildete ein gemeinsames Grillbuffet. An langen, gedeckten Tischen kamen Bewohner:innen, Angehörige, Mitarbeitende und Gäste des Betreuten Wohnens zusammen. Die ungezwungene Atmosphäre bot Raum für Gespräche, Lachen und stille Momente des Miteinanders.

Mit diesem irisch inspirierten Sommerfest setzte das Haus Stephanus ein Zeichen für innovative soziale Betreuung. Es zeigte, dass kulturelle Vielfalt und durchdachte Konzepte echte Teilhabe ermöglichen können – über Generationen und gesundheitliche Einschränkungen hinweg. „Es war einfach schön, mal rauszukommen aus dem Alltag“, fasste ein Bewohner zusammen. Die Einrichtung bewies damit, dass soziale Teilhabe kein Zusatz, sondern integraler Bestandteil zeitgemäßer Pflege sein kann.

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