Demenz

Wie Mäeutik mehr Nähe und Verständnis schafft

Das mäeutische Pflege- und Betreuungsmodell hilft Teams, Bewohner:innen und deren Angehörigen besser zu verstehen. Reflexion und interdisziplinäre Besprechungen stärken die soziale Betreuung und verbessern den Umgang mit individuellen Bedürfnissen.

Seniorin und jüngere Frau auf Parkbank im Gespräch
Mäeutik stärkt die soziale Betreuung durch Reflexion und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Foto: Maartje Wiethoff Van Dun

Mäeutik – ein Modell für mehr Verständnis

Mäeutik bedeutet ursprünglich „Hebammenkunst“ und beschreibt eine Methode, mit der Menschen durch gezielte Fragen zu eigenen Erkenntnissen gelangen. Das mäeutische Pflege- und Betreuungsmodell (MPBM) basiert auf diesem Prinzip und hilft Betreuungspersonen, ihr intuitives Wissen zu reflektieren. So entstehen neue Strategien für den Umgang mit Bewohner:innen.

Reflexion als Schlüssel zur empathischen Betreuung

Im Caritas-Zentrum Lennestadt ist das MPBM fester Bestandteil des Alltags. Regelmäßige Besprechungen ermöglichen es den Mitarbeitenden, das Verhalten von Bewohner:innen besser zu verstehen. Statt Defizite zu betonen, stehen positive Kontaktmomente im Fokus. Ein Beispiel zeigt, wie das Wissen über die Biografie eines Bewohners zu einem wertschätzenderen Umgang führte.

Interdisziplinärer Austausch stärkt das Team

Die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen ist ein zentrales Element der Mäeutik. Betreuungspersonen, Pflegekräfte Pflegepersonen und Sozialpädagog:innen tauschen sich auf Augenhöhe aus. Die gemeinsame Reflexion führt dazu, dass Bewohner:innen in ihrer ganzen Persönlichkeit wahrgenommen werden. Gleichzeitig verbessert sich die Kommunikation innerhalb der Teams – Dialog ersetzt Monolog, was sich positiv auf die Arbeitszufriedenheit auswirkt.

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren im Beitrag von Lea Peterkes, Bereichsleitung Sozialer Dienst im Caritas-Zentrum Lennestadt und Elke Strauss, Akademie für Mäeutik, Köln. Weitere Ideen für einfühlsame Betreuungsangebote finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.

Passend dazu: Verstehenshypothese ist stets zu überprüfen