Angebotsplanung

Wie Ehrenamtliche den Heimalltag bereichern

Es ist weit mehr als Engagement: Ehrenamtliche im Haus der Pflege St. Nikolaus in Owingen bereichern das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner. Sie unterstützen in den fast 40 Häusern der Pflege die Fachkräfte und machen ergänzende Angebote für die betreuten Menschen. Durch die Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden erfahren Betreute eine durchgängige Betreuung und Begleitung und somit eine hohe Lebensqualität.

Jeden zweiten Dienstag wird gegrillt: Ralf Schmid und Nicole Müller mit Tochter Alicia Weltin (Mitte).
Jeden zweiten Dienstag wird gegrillt: Ralf Schmid und Nicole Müller mit Tochter Alicia Weltin (Mitte). Foto: Stiftung Liebenau

Schon von weitem duftet es nach frischgebackenen Waffeln. Immer der Nase nach – so kommt man in den geräumigen Wohnraum mit Küche im Haus der Pflege St. Nikolaus der Stiftung Liebenau. Einige Bewohnerinnen und Bewohner sitzen hier, einige sitzen auf der Terrasse: bei einer Tasse Kaffee und den duftenden Leckereien. Immer dienstags gibt es Waffeln oder Kuchen, gebacken von Nicole Müller, die sich im Haus ehrenamtlich engagiert.

Einsatz muss kein gefühlter Aufwand sein

Nicole Müller empfindet ihren mehrstündigen Einsatz jede Woche keineswegs als aufwändig. „Ich mach das halt gern“, sagt sie wie selbstverständlich. Wenn sie keine Waffeln backt, dann bringt sie eine selbstgebackene Donauwelle, Obstkuchen oder Käsekuchen mit. Als Hauswirtschafterin kennt sie nicht nur die Hygienevorschriften, sondern macht auch ganz professionell Rückstellproben.

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Ideen und Impulse, die weiterbringen

Jeden zweiten Dienstag weicht der Waffelduft dem Grillduft. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Ralf Schmid übernimmt sie auch hier die Versorgung der Gäste, bereitet frische Salate und Grillgut vor. Mit nur einem Grilltag im Monat, während der Sommermonate, wollte sich Nicole Müller nicht zufriedengeben, wie von Hausleiterin Yvonne Denzler zu erfahren ist. „Zweimal im Monat sollten schon drin sein.“ Den Einsatz der beiden nennt sie „mehr als Engagement“. Sie seien bestens vernetzt im Ort, hätten viele Ideen und Impulse, würden immer mitdenken und wüssten genau, wen man in der Gemeinde ansprechen muss, wenn der Schuh einmal drückt. Auf Vorschlag von Ralf Schmid an die Gemeinde bekommt das Pflegeheim beispielsweise zu Weihnachten regelmäßig einen eigenen Christbaum.

Ehrenamt ist Wertschätzung

Über ihre Tochter, die im Haus St. Nikolaus ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvierte und jetzt ihre Ausbildung zur Altenpflegerin macht, kam Nicole Müller überhaupt erst ins Haus. Die 50-Jährige findet: „Es ist hier wie Familie.“ Die Bewohnerinnen und Bewohner, überwiegend aus der Gemeinde, verdienten es, dass man sich um sie kümmert und den Kontakt hält. Wenn sie abends hier raus gehe, habe sie „einfach ein gutes Gefühl“. So ist es auch für Ralf Schmid, der mitunter dem Hausmeister zur Seite springt. Pragmatisch meint er: „Wenn jeder aus dem Ort jede Woche eine halbe Stunde hier verbringen würde, wäre hier immer was los.“

Auch musikalische Angebote gehören dazu: Klaviermusik live

Dabei kann Ehrenamt viele Facetten haben. Zum Beispiel würden sich manche einfach nur über die Begleitung ins Café freuen, wo sie eine Weile dem örtlichen Treiben zuschauen könnten. Auf eine andere Art engagiert sich Beatrix Fischer regelmäßig ehrenamtlich im Haus. Jeden zweiten Dienstag unterhält sie für einige Stunden die Bewohnerschaft mit Klaviermusik. Nicht nur ihre ehemalige Lehrerin sitzt dann nah bei ihr und lauscht gebannt. Yvonne Denzler freut sich über alle, die sich im Haus engagieren wollen. Spannende Ideen für Aktivitäten gibt es allemal. Ralf Schmid etwa wird spätestens wieder beim hauseigenen Oktoberfest mit seinem Akkordeon für Stimmung sorgen.

Offenes Haus für alle Gemeindemitglieder

Und die brandaktuelle Idee: Während der Sommermonate soll es freitags bei gutem Wetter ab sofort das „Vierebier“ geben. Dann sind Nachbarn und Gemeindemitglieder in den Garten eingeladen, um hier ihr Feierabendbier oder auch ihre Limo zu genießen. Ab vier Uhr – ausgeschenkt an der buntdekorierten einladenden Cocktailbar, die den Garten ziert. Die war früher eine Corona-Schnellteststation und wurde vom Hausmeister unter Mithilfe von Ralf Schmid für ihren neuen Zweck umfunktioniert.