Demenz

Pflegekraft entwickelt Buch mit Mäusegeschichten für Menschen mit Demenz

Doris Müller-Scheibner hat ein Buch selbst entwickelt, das die Bewohnenden zu Erinnerungen anregen will. Jetzt hat sie es den Johannitern im Niedersächsischen Northeim überreicht.

Das Mäusebilderbuch eignet sich gut für die Biografiearbeit mit den Bewohnenden.
Das Mäusebilderbuch eignet sich laut Entwicklerin Doris Müller-Scheibner (Mitte) gut für die Biografiearbeit mit den Bewohnenden. Foto: Johanniter/Maike Müller

Pflegekraft entwickelt Buch mit Mäusegeschichten für Menschen mit Demenz: Es war ein Herzensprojekt für Doris Müller-Scheibner (Bildmitte) ein Buch speziell für demenziell Erkrankte zu entwickeln. Die Pflegekraft arbeitete im letzten Jahr eine Zeit lang in der Wohngemeinschaft für demenziell Erkrankte der Johanniter in Northeim und hier entstand die Idee.

Dort zeigte sie den Bewohnenden Fotos von Sabrina Schleicher, auf denen Stoffmäuse in Alltagssituationen wie beim Kaffeetrinken, am Esstisch oder im Urlaub, abgebildet waren. Diese Bilder gefielen den älteren Menschen sehr und rührten sie zu Tränen, da sie sich an persönliche frühere Erlebnisse erinnerten. Sie begannen daraufhin, ihre eigenen Geschichten zu erzählen.

Den Bewohnenden ein Lächeln entlocken

Doris Müller-Scheibner hatte deshalb den Einfall, die Fotos in Form eines ganzen Bilderbuches öfter mit den Bewohnenden anzuschauen. Als die Fotografin Sabrina Schleicher davon erfuhr, war sie gerührt von den Reaktionen der älteren Menschen und war gerne bereit dies gemeinsam umzusetzen. „Ich wollte den Erkrankten, die teilweise in ihrer eigenen Welt leben, ein Lächeln ins Gesicht zaubern und sie ein Stück auf ihrer Reise begleiten und vielleicht die eine oder andere Erinnerung entfesseln“, erklärt Sabrina Schleicher ihre Motivation.

Im Sommer überreichte Doris Müller-Scheibner auch im Namen von Sabrina Schleicher das erste Buch den Johannitern in der Wohngemeinschaft. Einrichtungsleitung Stephanie Riepel, die begeistert ist: „Das Mäusebilderbuch können wir sehr gut bei der Biografiearbeit mit unseren Bewohnenden einsetzen. Es regt sie dazu an sich an frühere Erlebnisse zu erinnern und davon zu erzählen. So erhalten wir Zugang zu ihnen.“

Doris Müller-Scheibner stellte den älteren Menschen bei der Übergabe das Buch vor, es wurde fleißig darin geblättert und darüber entstanden sogleich Gespräche. „ich freue mich sehr über die Reaktionen, die unser Mäusebuch bewirkt. Es ist für mich wirklich eine Herzensangelegenheit um damit Freude zu verbreiten“, erklärt Doris Müller-Scheibner. „Wir haben auch schon viele Interessenten für das Buch. Wir hoffen viele Unterstützer für das Projekt zu finden oder vielleicht sogar einen Verlag, da wir als Privatpersonen den Druck von mehr Exemplaren nicht allein umsetzen können.“

Fragen zum Mäusebuch beantwortet Doris Müller-Scheibner per Mail: doromueller68(at)t-online.de