Demenz
Demenz: Märchenprojekt wird ausgeweitet
Das Präventionsprojekt „Es war einmal… MÄRCHEN UND DEMENZ“ geht in die Verlängerung. Nach einem Pilotprojekt in sechs hessischen Pflegeeinrichtungen im Jahr 2024 weiten die IKK Südwest und die MÄRCHENLAND GmbH die Initiative nun auf insgesamt neun Standorte in Hessen aus. Ab 2025 werden demenzerkrankte Bewohner:innen in diesen Einrichtungen regelmäßig mit dem Erzählen und Vorlesen bekannter Märchen versorgt.
„Das Projekt hat wiederholt gezeigt, wie nachhaltig und wertvoll Märchenerzählungen für Menschen mit Demenz sein können und wie sie zu deren Wohlergehen beitragen. Wir freuen uns daher sehr, das Angebot in Hessen auszubauen und somit noch mehr Betroffenen und Pflegekräften zugänglich zu machen“, erklärt Daniel Schilling, Vorstand der IKK Südwest.
Auch Silke Fischer, Geschäftsführerin von MÄRCHENLAND, freut sich sehr über die Fortsetzung des Projekts und betont: „In der Heimat der Brüder Grimm demenzerkrankten Menschen mit unserer Präventionsmaßnahme helfen zu können, ist für uns eine besondere Freude. Wir freuen uns darauf, das Konzept in den kommenden Jahren weiter ausbauen und noch mehr Pflegeeinrichtungen davon profitieren zu lassen.“
Deutliche Verbesserung der Lebensqualität erkennbar
Das Programm „Es war einmal… MÄRCHEN UND DEMENZ“ hat sich indes als wirkungsvoll erwiesen, um die Lebensqualität von Teilnehmenden – sowohl mit als auch ohne Demenz – signifikant zu verbessern. Durch die gezielte Integration von Märchen in den Alltag von Pflegeeinrichtungen werden nicht nur die kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmenden gestärkt, sondern auch deren psychische Gesundheit gefördert.
Die positiven Effekte zeigen sich in vielen Bereichen: So werden soziale Interaktionen angeregt, motorische Kompetenzen optimiert und das allgemeine Wohlbefinden gesteigert. Zudem trägt das Programm zur Bildung von Gemeinschaften bei und unterstützt die Teilhabe der Senior:innen am gesellschaftlichen Leben. Eine besondere Stärke liegt in der Reduzierung herausfordernden Verhaltens sowie der Prävention von Depressionen, was zu einer spürbaren Erleichterung des Pflege- und Betreuungsalltags führt. „Mit „Es war einmal… MÄRCHEN UND DEMENZ“ setzen wir einen wichtigen Schritt in Richtung einer einfühlsamen und integrativen Betreuung unserer älteren Mitmenschen“, ist Kassenvorstand Schilling überzeugt.
Neben den regelmäßigen Märchenstunden erhalten die teilnehmenden Einrichtungen auch digitale Märchenfilmserien und Materialboxen, um das Konzept langfristig in den Pflegealltag zu integrieren. Darüber hinaus haben Pflege- und Betreuungskräfte die Möglichkeit, sich zu Märchenvorleserinnen und -vorlesern ausbilden zu lassen. So können sie das Angebot auch intern weiterführen und Märchen dauerhaft in die Betreuung einbinden. Denn auch auf das Personal wirkt sich der Umgang mit Märchen positiv aus, da dieser zu einer unmittelbar wirksamen Auszeit im Pflegealltag führt und die Pflegekräfte somit psychisch und physisch entlastet werden.
Professionelles Konzept sorgt für nachhaltige Wirkung
Die Präventionsmaßnahme „Es war einmal… MÄRCHEN UND DEMENZ“ ist auf Grundlage einer wissenschaftlichen Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend entstanden. In vier regelmäßigen Märchenstunden kommen professionelle Demenzerzähler:innen in die Einrichtungen, um bekannte Märchen vorzutragen. Darüber hinaus erhalten die teilnehmenden Einrichtungen auch eine digitale Märchenfilm-Serie mit acht Folgen. Diese sollten immer zur gleichen Zeit, für das gleiche Publikum und am gleichen Ort gespielt werden. So werden die Erzählungen der Brüder Grimm für die Teilnehmenden erlebbar gemacht. Die immer gleiche Musik und die dazugehörigen Rituale aktivieren das Langzeitgedächtnis und schaffen Erinnerungsanker.
Passend dazu: Märchen sind Pfade der Erinnerung
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren