Angebotsplanung
Gartentherapie: Aufblühen trotz Demenz
Wie bereichern Gärten und Gärtnern das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz? Eine Studie hat Antworten gefunden und Rahmenbedingungen identifiziert.
Gartentherapie: Aufblühen trotz Demenz: Die DuWigata-Studie zeigt: Gartentherapie bietet Menschen mit Demenz eine sinnvolle Möglichkeit, ihre Lebensqualität zu verbessern. Durch die Förderung kognitiver Fähigkeiten und emotionaler Stabilität eröffnet diese Form der Therapie neue Perspektiven für den Pflegealltag. Das Akronym steht für „Gartentherapie als soziale Intervention. Durchführungsbedingungen und Wirkungsanalyse von gartentherapeutischen Maßnahmen bei demenziell erkrankten Bewohner:innen in Altenpflegeheimen“. Das Forschungsinstitut ILAG – Institut Leistung Arbeit Gesundheit hat sie durchgeführt. Andreas Niepel, Gartentherapeut und Gesellschafter von GÄRTEN HELFEN LEBEN – Institut für Gartentherapie und Dr. Michael Bau, Leiter des ILAG stellen die Studie im Schwerpunkt der Märzausgabe der Zeitschrift Aktivieren vor.
Positive Effekte auf kognitive Fähigkeiten
Die 2018 gestartete Studie untersuchte 232 Bewohner:innen in zehn Pflegeeinrichtungen. Sie erfasste die Wirkung von Gartentherapie auf kognitive, emotionale und verhaltensbezogene Merkmale. Besonders bemerkenswert: Rund 39 Prozent der Teilnehmenden in der Interventionsgruppe zeigten eine Verbesserung ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit – deutlich mehr als in der Kontrollgruppe mit nur 30 Prozent.
Einfluss von Organisation und Ressourcen
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass der Erfolg der Gartentherapie nicht allein von den Teilnehmenden abhängt. Einrichtungen mit guter Organisation, professionellen Therapeut:innen und ausreichender personeller Unterstützung erzielten bessere Ergebnisse. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Mitarbeitende, die ihre Arbeitsbelastung als moderat empfinden, erfolgreicher zur Umsetzung der Therapie beitragen können.
Gartentherapie als notwendige Maßnahme
Naturkontakt ist essenziell für Lebensqualität
Neben der Förderung kognitiver Fähigkeiten erfüllt die Gartentherapie psychische Grundbedürfnisse wie Freude, Bindung und Sicherheit. Auch der Zugang zur Natur – ein oft unterschätztes Bedürfnis – spielt eine zentrale Rolle. Besonders in geschlossenen Pflegeeinrichtungen ist der Naturkontakt essenziell, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu steigern.
Gartentherapie ist keine Luxusmaßnahme, sondern eine notwendige, wirksame Intervention im Pflegealltag. Sie trägt dazu bei, kognitive und emotionale Ressourcen von Menschen mit Demenz zu stärken und erfüllt grundlegende Bedürfnisse wie Naturzugang und positive Emotionen. Wie Gartentherapie in der Praxis konkret aussehen kann, erläutert Gartentherapeutin Carmen Feldhaus im zweiten Teil des Schwerpunkts der Märzausgabe.
Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Aktivieren. Weitere Ideen für die Betreuung rund um Garten und Natur finden sich in der Ideendatenbank des Portals AktivierenPlus. Der Zugang ist mit dem Abonnement der Zeitschrift bereits im Preis integriert und nach einmaliger Registrierung unbegrenzt möglich.
Passend dazu: Gartentherapeutisch-künstlerische Angebote gestalten
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren