Angebotsplanung

Karneval gibt Anstoß für Senioren-Theater

Zwar ist die Faschingszeit schon wieder vorbei. Doch das Beste daraus möchte das Haus Stephanus im hessischen Alsfeld mit in die Zukunft nehmen.

Theaterprojekt Haus Stephanus
Karneval und Theater haben viele Gemeinsamkeiten, weshalb das Haus Stephanus im März eine Theatergruppe gründen möchte. Hier zeigen die Betreuungskräfte Birgit Müller und Anja Lange (von links) in einem lustigen Dialog in einem Café schauspielerisches Talent. Foto: Minh Luis/GFDE-Gruppe

Karneval gibt Anstoß für Senioren-Theater: „Nach dem inspirierenden und krönenden Finale in unserer Einrichtung möchten wir die Berührungspunkte von Karneval und Theater ausloten und im März eine Haus Stephanus-Theatergruppe für Senioren und deren Angehörige gründen“, kündigte Einrichtungsleiter Manuel Jöckel an.

Erster Auftritt zum 60. Hausjubiläums geplant

Bereits im Mai, wenn das Haus Stephanus mit der Öffentlichkeit sein 60-jähriges Bestehen feiern wird, soll es einen ersten kleineren Auftritt geben. Danach sind pro Quartal weitere Aufführungen geplant. Um Seniorinnen und Senioren darauf gezielt vorzubereiten, möchte der Betreuungsdienst vor allem kleinere und größere Bewegungseinheiten, darstellerische Übungen, Koordinations- und Gedächtnisübungen, Gesang und Musizieren sowie thematische Theaterarbeit in den Mittelpunkt stellen.

Theater bietet Aktivierungspotenzial

„Sowohl auf der Theaterbühne als auch in der Fastnacht schlüpfen die Akteure oftmals in lustige Rollen, sie kostümieren sich, tragen Maske, dichten, tanzen und musizieren zur Unterhaltung des Publikums“, zählt Jöckel Gemeinsamkeiten der Kulturgüter Theater und Karneval auf. Mit Senior:innen, die alle unterschiedlich beweglich und zum Teil stark dement sind, Theater zu spielen, stelle aus seiner Sicht für das Team des Betreuungsdienstes um Leiterin Minh Luis dennoch eine Riesen-Herausforderung dar. „Diese nehmen wir aber gerne an.“

Herstellung von Theater-Requisiten fördert Beweglichkeit

Neben künstlerischen Aktivierungspotenzialen gibt es positive therapeutische Begleiteffekte. So werden zum Beispiel bei der Herstellung von Theater-Requisiten Hände und Finger intensiv zum Einsatz kommen. „Das fördert die Beweglichkeit fördert und erhält die Sensomotorik erhält“, erläutert Demenz-Expertin Minh Luis. Sie hat sich in ihrem Bachelor-Studium der Medizinalfachberufe in Bad Soden-Allendorf (Nordhessen) intensiv mit neuesten Geriatrie-Erkenntnissen beschäftigt. Was sie zuversichtlich stimmt: „Mit Vorständen von zwei gestandenen Vereinen der Region – dem Leuseler Carneval Club (LCC) und der Alsfelder Carneval Club (ACC) – eruieren wir gerade Möglichkeiten einer Bühnen-Zusammenarbeit, kooperieren außerdem mit örtlichen Schulen in verschiedenen Mehrgenerationen-Projekten.“

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