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Umfrage: Was Betreuungsleitungen belastet

Die Fachzeitschrift „Aktivieren“ hat über die letzten Sommerwochen rund 80 Betreuungsleitungen befragt, welche Herausforderungen sie am meisten belasten. Die Ergebnisse liefern ein klares Ranking: Fachliche Anforderungen und Teamführung stehen oben, Digitalisierung eher unten.

Top 4: Wo der Druck am größten ist. Die Ergebnisse der Kurzumfrage von Aktivieren (n ≈ 82) zeigen die vier Themenfelder mit dem höchsten Anteil an „stark belastet"-Antworten. Grafik: Aktivieren/Vincentz Network

Welche Herausforderung belastet Betreuungsleitungen am stärksten?

Die Betreuung multimorbider, demenzbetroffener Menschen stellt Betreuungsleitungen laut einer Kurzumfrage der Fachzeitschrift „Aktivieren – Das Magazin für die Soziale Betreuung“ vor die größte Herausforderung: 67 von 82 Befragten (82 Prozent) bewerteten diesen Aspekt als „stark“ belastend. Die Befragten sehen eine Diskrepanz zwischen dem hohen fachlichen Anspruch der Demenzbetreuung und der Basisqualifikation vieler Betreuungsassistenzen.

Auf dem zweiten Rang folgt die Teampflege: 66 von 82 Teilnehmenden (80 Prozent) empfinden die empathische Mitarbeiter:innenführung und das Selbst- und Teammanagement als stark fordernd. Nahezu gleichauf liegen die zielgruppengerechte Angebotsplanung unter Personalengpässen (65 von 79, 82 Prozent) und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Pflege (65 von 83, 78 Prozent).

Wie stark fordern PeBeM und Vorbehaltsaufgaben heraus?

Die Personalbemessung (PeBeM), Vorbehaltsaufgaben und der veränderte Qualifikationsmix bewerteten 58 von 78 Befragten (74 Prozent) als stark belastend. Betreuungsleitungen benötigen laut Umfrage konzeptionelles und organisatorisches Wissen, um den gesetzlichen Anforderungen zu begegnen. Eng damit verknüpft: 63 von 81 Befragten (78 Prozent) sehen es als stark herausfordernd an, betreuerische Expertise in gesetzeskonforme Prozesse im Sinne des PeBeM zu übersetzen.

Wo sehen Betreuungsleitungen weniger Druck?

Dokumentation, fehlende Praxiskonzepte und Digitalisierung belasten die Befragten vergleichsweise weniger stark. Bei der Dokumentation teilte sich das Feld exakt: 41 Teilnehmende wählten „stark“, 41 wählten „leicht“. Beim Fehlen erprobter Handlungskonzepte überwiegt die leichte Belastung (44 leicht, 39 stark). Die Digitalisierung im Betreuungsteam empfinden 46 von 83 Befragten als leicht und 37 als stark belastend.

Was bedeuten die Ergebnisse für die Praxis?

Die Umfrage von Aktivieren legt nahe, dass Betreuungsleitungen vor allem dort Unterstützung brauchen, wo fachliche Anforderungen und Personalknappheit aufeinandertreffen. Als Aktivieren- Redaktion werden wir unsere Inhalte künftig noch stärker auf diese Schwerpunkte ausrichten und Betreuungsleitungen durch die laufenden Veränderungsprozesse begleiten.

Passend dazu: Vor zwei Jahren befragte die Redaktion bereits Betreuungsleitungen. Zudem lud sie ein Dutzend Leitungskräfte ins Vincentz Network zum persönlichen Austausch ein. Kurzumfrage: Wo Betreuungsleitungen der Schuh drückt
Einige Themen sind geblieben, andere haben sich weiterentwickelt oder sind neu hinzugekommen.

Tipp: Wie Sie Qualität sichern, auch in der Sozialen Betreuung, ist Thema des „Fernlehrgang Qualitätsmanagement“ der Vincentz Akademie ab dem 19.10.2026.

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