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Wassertreten verbindet Heim und Nachbarschaft

Im St.-Josef-Haus in Hamminkeln-Dingden steht seit 2019 ein Kneipp-Tretbecken am Haupteingang. Es fördert nicht nur die Gesundheit der mehr als 80 Bewohner:innen, sondern schafft Begegnungen mit Kindergartenkindern und Anwohner:innen.

Kneipp-Becken
Rein ins kühle Nass: Elisabeth Brinkmann freut sich wie viele andere Bewohnerinnen des Altenheims St. Josef über die Erfrischung im Kneipp-Becken. Foto: Michael Bönte / Caritasverband für die Diözese Münster

Warum stellt ein Altenheim ein Kneipp-Becken vor den Eingang?

Das Altenpflegeheim St.-Josef-Haus in Hamminkeln-Dingden am Niederrhein nutzt seit 2019 ein großes Kneipp-Tretbecken am Haupteingang, um Gesundheitsförderung und soziale Begegnung zu verbinden. Die Metallwanne steht neben einer hauseigenen Saline mit Sitzbänken und ist laut der Einrichtung vom Frühjahr bis in den Herbst in Betrieb. Seit 2019 trägt das Haus eine Kneipp-Zertifizierung, wie Einrichtungsleiterin Janna Bösing berichtet.

Welche Begegnungen entstehen rund um das Kneipp-Becken?

Das Tretbecken bringt laut Einrichtungsleiterin Janna Bösing die mehr als 80 Bewohner:innen des St.-Josef-Hauses mit Kindergartenkindern, Anwohner:innen und Mitarbeitenden zusammen. „Gestern waren die Kinder aus dem Kindergarten da“, sagt Bösing. „Sie haben gemeinsam mit den Bewohnenden im Kneipp-Becken Quietsche-Enten geangelt.“ Auch Kolleg:innen des Hauses kämen am Becken außerhalb des Arbeitsalltags ins Gespräch.

Wie setzt das Haus die fünf Kneipp-Säulen um?

Das St.-Josef-Haus erfüllt laut Einrichtungsleiterin Bösing alle fünf Säulen der Kneipp’schen Lehre: Bewegung, Ernährung, Lebensordnung, Wasser und Heilpflanzen. Konkret bietet die Einrichtung einen Kräutergarten, Kneipp-Frühstücke mit Blütenbutter und Blaubeerquark sowie Licht- und Luftbäder im Strandkorb. Neben dem Becken steht ein Ortsschild mit der Aufschrift „Bad Dingden – Kneipp-Kurort“.

Welchen Nutzen sieht der Soziale Dienst im Kneipp-Angebot?

Sarah Blomen-Krüger, Fachkraft des Sozialen Dienstes im St.-Josef-Haus, sieht neben dem gesundheitlichen Effekt vor allem eine emotionale Wirkung: „Hier ist ein Ort des Miteinander, des Wohlfühlens und der Lebensfreude.“ Die Bewohner:innen kämen allein oder in angeleiteten Kleingruppen. Das halte sie gesund und lange fit.

Wie nutzen Bewohner:innen das Becken praktisch?

Die 89-jährige Bewohnerin Elisabeth Brinkmann kommt laut eigener Aussage am liebsten frühmorgens, bevor die Sonne das Wasser erwärmt. Sie beginnt mit einem Arm-Bad, krempelt dann die Hose hoch und steigt über eine Holztreppe ins Becken. „Wichtig ist, dass man die Füße jedes Mal weit aus dem Wasser hebt“, sagt sie – ganz nach dem Prinzip des Storchengangs, wie ihn der Naturheilkundler Sebastian Kneipp vor rund 200 Jahren beschrieb.

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