Demenz
AZURIT Im Heutal etabliert Musikprojekt für Menschen mit Demenz
Das AZURIT Seniorenzentrum Im Heutal in Gotha etablierte erfolgreich das Musikprojekt „Singen macht Spaß, Singen tut gut“ für Menschen mit Demenz.
Foto: Werner Krüper
Wissenschaftlich fundierter Ansatz
Musik erreicht oft Bereiche im Gehirn, die von Demenz weniger stark betroffen sind, insbesondere Emotionen und lang gespeicherte Erinnerungen. Sie ist in der Begleitung von Menschen mit Demenz ein wertvoller Zugang, erreicht häufig emotionale und biografische Ebenen, wenn Sprache zunehmend an Grenzen stößt. Das AZURIT Seniorenzentrum Im Heutal in Gotha hat diesen Ansatz im Jahr 2025 mit dem Projekt „Singen macht Spaß, Singen tut gut“ gezielt aufgegriffen und erfolgreich in den Pflegealltag integriert. Gefördert wurde das Projekt durch das Programm „Länger fit durch Musik!“ des Bundesmusikverbands Chor & Orchester, der seit Anfang 2023 als Mitglied der Nationalen Demenzstrategie demenzsensibles Musizieren unterstützt.
Vielfältige musikalische Angebote
Im Rahmen der Förderung konnten Noten, Liedtexte und kleinere Musikinstrumente angeschafft, Honorare für Chöre und andere musikalische Gäste finanziert sowie Weiterbildungskosten übernommen werden. Die musikalischen Angebote im Seniorenzentrum waren offen gestaltet und ermöglichten aktives Mitsingen ebenso wie Zuhören, rhythmisches Mitklatschen oder Bewegung zur Musik. Besonders bekannte Lieder erleichterten vielen Bewohner:innen den Zugang. Auch Angehörige wurden zu ausgewählten Veranstaltungen eingeladen, wodurch gemeinsame musikalische Erlebnisse entstanden. Kleine Konzerte im Haus ergänzten das Projekt und machten Musik als gemeinschaftsstiftendes Element erlebbar.
Positive Wirkung und Fortsetzung
Die Wirkung zeigte sich deutlich im Alltag: Bewohner:innen reagierten emotional, erinnerten sich an vertraute Melodien und beteiligten sich aktiv. Die Angebote stärkten Aktivierung, Stimmung und soziale Teilhabe und wirkten sich zugleich positiv auf Mitarbeitende und Angehörige aus. Aufgrund der positiven Erfahrungen wird das Projekt fortgeführt. Hausleitung Susanne Kästner ermutigt andere Einrichtungen: „Wenn Worte verloren gehen, bleibt die Musik und erreicht die Menschen auf eine ganz eigene Weise.“
Passend dazu: Volkslieder als Brücke: Generationen singen im Haus Stephanus
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Sie haben noch kein Konto?
Jetzt registrieren