Bekannte Melodien wecken Erinnerungen
Mehr als 100.000 Menschen in Sachsen leben mit einer Demenzerkrankung. Musik kann für sie wie Balsam wirken: Vor allem bekannte Stücke – etwa Mozarts „Kleine Nachtmusik“ oder Volkslieder wie „Alle Vögel sind schon da“ – fördern das Mitsingen und Mitsummen. Ein Sonderkonzert der Robert-Schumann-Philharmonie richtet sich gezielt an Betroffene und ihre Angehörigen. Die entspannte Atmosphäre soll helfen, dem belastenden Alltag zu entfliehen.
Musik aktiviert Hirnareale trotz Demenz
Fachleute betonen die besondere Wirkung von Musik auf das Gehirn. Während Demenz früh andere Hirnareale beeinträchtigt, bleibt das sogenannte „Musikgedächtnis“ länger erhalten. Musizieren und Musikhören stimulieren motorische, sprachliche und emotionale Bereiche und können bestehende neuronale Verbindungen festigen oder neue fördern. Die positiven Effekte seien wissenschaftlich gut belegt und vergleichbar mit medikamentösen Verbesserungen, berichten Neurologen und Psychiater. Musik hilft vielen Betroffenen, ruhiger zu werden, besser zu schlafen und sich emotional zu öffnen.
Gemeinsame Erlebnisse stärken Teilhabe
Das einstündige Konzertformat ist niedrigschwellig gestaltet: lockere Sitzordnung, freie Bewegungsmöglichkeiten, Raum für Austausch mit Musikerinnen und Musikern. Für Angehörige entstehen oft berührende Momente – etwa wenn Menschen trotz starker kognitiver Einschränkungen wieder lächeln, tanzen oder Nähe zulassen. Auch andere Einrichtungen in Sachsen setzen auf Musikangebote für Menschen mit Demenz, darunter die Oper Leipzig mit ihrem Format „In mir singt ein Lied“. Die Nachfrage ist hoch, Termine sind schnell ausgebucht.
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